bruttoinlandsprodukt in der region

Stetige Zunahme in den vergangenen zehn Jahren

von Redaktion

Traunstein verzeichnet größtes prozentuales BIP-Wachstum – Gute Bilanz im Zusammenhang mit vielen Faktoren

Rosenheim/Altötting/ Mühldorf/Traunstein – Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) gilt unter Ökonomen als der wichtigste Gradmesser für die Leistungsfähigkeit einer Volkswirtschaft. Es umfasst den Wert aller Güter und Dienste, die in einem Jahr hergestellt werden. Aus dem Vergleich der BIP-Jahreswerte kann ermittelt werden, ob die Wirtschaft eines Landes, einer Region, Kreises oder einer Stadt wächst oder schrumpft.

Was die Landkreise Rosenheim, Altötting, Mühldorf und Traunstein betrifft, so ist im Zehn-Jahres-Vergleich zwischen 2006 und 2016 (neueste Zahlen des Statistischen Bundesamts) das BIP stetig gewachsen. Im Kreis Rosenheim um 41 Prozent, in Mühldorf um 36,7 und in Altötting um 22,7 Prozent. Spitzenreiter war in den vergangenen zehn Jahren Traunstein: Hier betrug das Wachstum des BIP knapp 55 Prozent. Lag es im Kreis Rosenheim im Jahr 2006 bei über 5,5 Milliarden Euro, stieg es im Lauf der Jahre bis 2016 auf fast 7,8 Milliarden Euro an. Lediglich das Jahr 2009 – die Wirtschaftskrise läuft damals seit über zwei Jahren und die EU steuert auf die Eurokrise zu – bildet eine Ausnahme mit einem leicht gesunkenen BIP von sechs Milliarden Euro (2008) auf 5,87 Milliarden. Ein Blick auf die Kreisfreie Stadt Rosenheim zeigt, dass auch hier die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit zugenommen hat: Lag das BIP 2006 bei über 2,3 Milliarden Euro, erreichte es 2016 fast 3,1 Milliarden Euro. Das entspricht einer Steigerung von 31,4 Prozent. Der Landkreis Altötting erreichte 2006 ein BIP von über 4,1 Milliarden Euro und hat sich bis 2016 um eine Milliarde auf rund 5,1 Milliarden Euro verbessert. Mühldorf legte im untersuchten Jahrzehnt von 2,6 Milliarden Euro auf 3,55 Milliarden Euro zu. Im Kreis Traunstein, beim BIP-Wert der Spitzenreiter im südostlichen Oberbayern, konnte man sich 2016 über eine Wirtschaftskraft von 6,7 Milliarden Euro freuen. 2006 lag der Wert bei 4,3 Milliarden Euro. Gründe für die allgemeine Steigerung des BIP sehen Experten in mehreren positiven Faktoren, die unter sonst gleichen Bedingungen zusammenkommen: Hohe Beschäftigungsquote bei gutem Ausbildungsstand, eine hohe Zahl an Vollzeitbeschäftigten sowie an Maschinen, Industrieanlagen, Bürohäuser und Forschungslaboren, innovative Produktionstechnik sowie eine moderne Produkt- und Dienstleistungspalette. Dazu kommt im südlichen Oberbayern außerdem eine hohe Investitions- und Exportquote. In wirtschaftlichen Boomphasen zählt auch eine gute Auslastung der Produktionskapazitäten zu den Erfolgsfaktoren. Wie die Zahlen des Statistischen Landesamts Bayern zeigen, stieg in den vergangenen Jahren in den südöstlichen Landkreisen die Zahl der Gründungen und Betriebsansiedlungen sowie der Beschäftigten bei gleichzeitig sinkender Arbeitslosenquote (wir berichteten). sen

BIP: Umstrittene Kennzahl

Die Aussagekraft des BIP ist immer wieder umstritten. Denn das BIP misst allein den monetären Wohlstand, also nur Transaktionen, die einen messbaren Marktwert haben. Nicht einbezogen in die Berechnung werden etwa Freiwilligen- und Soziale Arbeit, die Leistung aus Praktikum und Familienarbeit, um nur einige Beispiele zu nennen. Daher werfen Kritiker dem gängigen Konzept vor, keine ganzheitliche Sicht auf Wohlbefinden oder gesellschaftliche Wohlfahrt zu bieten.

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