Initiative ChemDelta Bavaria

Den Zukunftsfragen für die Chemieregion gestellt

von Redaktion

Wechsel im Vorsitz – „Fehlendes Wachstum von außen“

Burghausen – Die vierte ChemDelta-Summer Lounge diente dem Austausch von Verantwortlichen der Chemiestandorte mit Vertretern aus Politik, Wissenschaft, Verwaltung und Behörden aus den südostoberbayerischen Landkreisen. Im Vorfeld übergab Dr. Bernhard Langhammer, Leiter des Chemieparks Gendorf, den Vorsitz des Lenkungskreises an Wacker-Werkleiter Dr. Dieter Gilles. ChemDelta Bavaria steht in enger Zusammenarbeit mit den bayerischen Chemieverbänden (VBCI) für 20 Unternehmen im Südosten Bayerns mit unmittelbar 20000 und 50000 davon abhängigen Arbeitsplätzen sowie über zehn Milliarden Euro Jahresumsatz. Die Initiative habe bisher viel erreicht, so Langhammer: „Ohne ChemDelta wäre wohl die seit 2012 bestehende Ethylenpipeline Süd noch nicht in Betrieb, der 2019 geplante Lückenschluss der Autobahn A94 Richtung München noch in weiter Ferne oder das Bahn-Ausbauprojekt ABS 38 nicht an erster Stelle im Bundesverkehrswegeplan.“ Gilles betonte die positive Wirkung des starken Images von ChemDelta Bavaria auf die Region, weshalb unter anderem auch das Chemieunternehmen Wacker in Burghausen seit 2008 seine Kapazitäten verdoppelt habe und „in naher Zukunft“ Investitionen in dreistelliger Millionenhöhe vorsehe.

Geschicke am Standort abhängig von USA

Sorgen äußerte er aber ebenso: So zeigten etwa eigene, aktuelle Daten, dass Güter-Tonnagen, die auf der Schiene transportiert werden sollen, stärker als gedacht wachsen würden. „Beim schnellstens umzusetzenden Bahnausbauprojekt ABS 38 wird es sehr eng werden und bis zur Umsetzung müssen wir Engpässe lösen.“ Weiter machten unklare Aussichten bei der Stromversorgungssicherheit und die drohenden Zölle aus dem Handelskonflikt mit den USA Sorgen. Langhammer betonte, zwar seien die Betriebe gut ausgelastet, investierten in die Infrastruktur und böten attraktive Ansiedlungsflächen. „Aber die Produktionsfirmen am Standort sind überwiegend im Besitz von global operierenden Firmen in den USA, wo über die Geschicke von Gendorf entschieden wird.“

Dr. Gerhard Wagner, Geschäftsführer OMV Deutschland und neuer stellvertretender Vorsitzender des ChemDelta-Lenkungskreises: „Wettbewerbsnachteile im Chemiedreieck konnten zuletzt relativiert, nicht aber in klare Standortvorteile umgemünzt werden.“ Es gebe zwar Verbesserungen in der Verkehrsinfrastruktur oder Investitionen aus den Standorten heraus. Aber es sei kein Wachstum im Chemiedreieck von außen erfolgt. Zudem fehle es an „disruptiven Innovationen“, es gebe nur verfahrenstechnische Innovationen für bekannte Produkte. Foto re

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