Rosenheim – Der Bezirksvorsitzende Florian Lemmrich sowie der Geschäftsführer Christian Klotz konnten dabei neben zahlreichen Unternehmern und den Vertretern der Ortsverbände einige Ehrengäste begrüßen. Darunter etwa die Präsidentin des BDS Bayern, Gabriele Sehorz und Anton Heindl, der Zweite Bürgermeister der Stadt Rosenheim. Hauptredner der Veranstaltung war Prof. Dr. Konrad Bergmeister, Vorstand der Brennerbasistunnel SE, der das Großprojekt in den Alpen vorstellte (wir berichteten).
Anton Heindl, der stellvertretende Bürgermeister Rosenheims, gab in seinem Grußwort einen Überblick über seine Stadt. Dabei skizzierte er Rosenheim als modernen Wirtschaftsstandort. Als Vorsitzender des Gewerbeverbands hob er auch die vielen Veranstaltungen heraus, die das Netzwerk seit seiner Gründung im Jahr 1974 geboten hat. Rund 160 Mitglieder sind im Rosenheimer Gewerbeverband, einem BDS-Ortsverband, vertreten. In Hinblick auf das Thema der Veranstaltung, den Brennerbasistunnel, äußerte er sich auch zu der aktuell diskutierten nördlichen Zulaufstrecke. Entscheidend sei es für Rosenheim, dass der Bahnhof der Stadt nicht vom Schienen-Personenverkehr abgehängt werde. Er forderte auch einen bedarfsgerechten und schonenden Ausbau. „Wir leben in einer der schönsten Regionen Bayerns und das soll auch so bleiben“, betonte er. Statt einer Billig-Lösung sprach sich Heindl daher für eine weitgehende Untertunnelung in Rosenheim aus.
Gabriele Sehorz, die Präsidentin des BDS Bayern, stellte die Ziele ihres Verbandes dar. Unter dem Motto „Heimat für den Mittelstand“ sollen sich die Mitglieder des BDS gut unterstützt fühlen.
Noch keine Position zum Brenner-Zulauf
Zum Leitbild des BDS gehören unter anderem das Vermitteln von Wissen, die Netzwerkbildung, die positive Darstellung von Selbstständigkeit und Unternehmertum sowie eine politische Mitgestaltung. Der BDS Bayern umfasst neun Bezirksverbände und zählt aktuell rund 15000 Mitglieder.
Kleine Unternehmer würden vor Ort als Chefs und als Privatpersonen wahrgenommen. Anders als bei Global Playern wie Apple, Google und Co. kenne man sich im Mittelstand. Das bedeute auch, dass man persönlich in die Haftung genommen werde. Daher sei es wichtig, dass man akzeptiert werde.
Sehorz äußerte das Gefühl, dass „in der Politik derzeit weder Ursache noch Auswirkungen“ bestimmter Vorhaben ermittelt würden. „Ich bin kein Freund von einseitigen Entscheidungen“, betonte sie. Daher habe man im BDS zum Beispiel zum Thema „Dieselfahrverbot“ einen umfangreichen Maßnahmenkatalog aufgestellt, in dem Vorschläge gemacht werden, wie die Luft in Großstädten verbessert werden könne, ohne dass es zu Fahrverboten kommen müsse. Statt politischer „Schnellschüsse“ setze man auf viele kleine Einzelmaßnahmen.
In Punkto Brenner-Zulauf zeigte sich die DBS-Präsidentin ehrlich: „Ich weiß noch nicht, welche Position der Verband hierzu einnehmen soll.“ Daher wolle sie sich alle Argumente anhören. Klar sei: Im Blickwinkel der Unternehmer müssten Waren transportiert werden, doch die Region lebe auch vom Tourismus, also wolle man keinen Dreck und Lärm. „Ich wünsche mir eine Lösung mit Fingerspitzengefühl“, betonte sie. Christian Klotz, der Geschäftsführer des BDS Oberbayern Ost, stellte die aktuellen Vorhaben in seinem Gebiet dar. Rund 3300 Mitglieder in 40 aktiven Ortsverbänden zählt der BDS-Bezirk derzeit. „Wir wollen mit ihnen ein gutes Stück vorankommen“, sagte er. Bis zum Jahr 2020 sei es unter anderem das Ziel, zehn weitere Ortsverbände zu aktivieren, Themen für Jungunternehmer zu etablieren und neue Veranstaltungsformale zu entwickeln.
Bis zum Jahr 2025 will man den BDS Oberbayern Ost zum stärksten Unternehmerverband der Region machen. In den Ortsverbänden helfe man sich, kooperiere und baue Brücken. In der Vergangenheit gab es unter anderem Workshops zur Datenschutzgrundverordnung, zu Sicherheit im Betrieb, eine Studienreise nach Malta sowie eine Azubi-Akademie.