Polling/Weiding – Am Dienstag streikten beim Babynahrungshersteller Alete in Weiding Beschäftigte im Rahmen der bayernweiten „Aktionswoche Nährmittelindustrie.“ Ebenso gestreikt wurde zeitgleich bei Mondelez in Donauwörth.
Für die rund 200 Mitarbeiter in Weiding, aber auch für alle rund 8000 Branchen-Beschäftigten fordern Arbeitnehmervertreter 160 Euro mehr Gehalt im Monat sowie 80 Euro mehr für Azubis. Laut Georg Schneider, Geschäftsführer der Gewerkschaft Nahrung Genuss Gaststätten (NGG) Rosenheim, beteiligten sich bei Alete knapp 90 Prozent der Mitarbeiter aus zwei Schichten am Warnstreik. Die erste Verhandlungsrunde am 15. Juni mit den Arbeitgebern sei enttäuschend verlaufen, schildert Alete-Betriebsratsvorsitzender Johann Mitterer den OVB-Heimatzeitungen: „Wir hatten erwartet, dass sie zumindest ein Angebot machen.“ Das sei nicht der Fall gewesen. Die Arbeitgeberseite habe aber durchblicken lassen, dass sie keine Pauschallösung mit einem Fixbetrag aufs Gehalt wolle, sondern allenfalls eine prozentuale Gehaltserhöhung. NGG und Betriebsrat wollen mit dem Fixbetrag „die Schere zwischen Niedrig- und Hochlohn nicht noch weiter auseinander gehen lassen.“ Der Branche gehe es gut, so Mitterer, man fordere nur, was man sich erarbeitet habe. Der Verhandlungspartner auf Arbeitgeberseite, Detlev Fuchs vom Fachverband Nährmittelindustrie e.V., angesiedelt beim Hipp Werk in Pfaffenhofen, war für eine Anfrage unserer Zeitung gestern nicht zu erreichen.
Für den morgigen Freitag, 13. Juli, ist die zweite Tarifrunde angesetzt. Betriebsrat Mitterer hofft, dass er diesmal nicht wieder umsonst mit den Kollegen zur mehrstündigen Veranstaltung nach Ingolstadt aufbricht. sen