Stopp des Volksbegehrens zur Flächennutzung

„Kampagne vom Flächenfraß war ohnehin polemisch“

von Redaktion

IHK: Flächennutzung in der Region in Bayern am effizientesten

Rosenheim/Mühldorf –Ein Fortbestehen der kommunalen Planungshoheit über die Verwendung freier Flächen, eine angebots- und bedarfsorientierte Flächenentwicklung und mehr Effizienz in der Flächennutzung erforderlich –diesen Forderungen, unter anderem dargestellt in der jüngsten Sitzung des IHK-Regionalausschusses für Altötting-Mühldorf, könnte die regionale Wirtschaft bald näher kommen. Denn wie gestern bekannt wurde, ist das Volksbegehren zur Flächennutzung gestoppt worden. „Die Wirtschaft setzt sich auch unabhängig von Volksbegehren für mehr Effizienz in der Flächennutzung ein“, so BIHK-Chef Peter Driessen dazu. Als Wege zu nennen seien Baulückenkataster, die maßvolle Verdichtung, die Revitalisierung von Brachflächen sowie die engere Zusammenarbeit benachbarter Gemeinden beim Flächenmanagement. Die Wirtschaft begrüßt auch die Pläne der Staatsregierung für eine Entsiegelungsprämie und die Förderung von innerörtlicher Flächenentwicklung.

Wolfgang Janhsen, Leiter der Rosenheimer IHK-Geschäftsstelle, zeigte sich gegenüber den OVB-Heimatzeitungen froh über die seiner Meinung nach „polemisch“ aufgebaute Kampagne, welche die Grünen gegen den ihrer Ansicht nach zu hohen Flächenverbrauch 2017 gestartet hatten. „Da wurde ein verzerrtes Bild der Wirklichkeit verbreitet, als wäre die Wirtschaft der größte Treiber“, so Janhsen rückblickend. Dabei seien regionale Flächen zu 90 Prozent gar nicht in gewerblicher Nutzung; nur gut ein Prozent entfiele letztlich an Betriebe. Allein auf Wohnbau würden drei Prozent entfallen.

„Was die Flächennutzung betrifft, ist die südostoberbayerische Wirtschaft sogar die effizienteste im bayernweiten Vergleich“. Man hätte hier erkannt, dass in der Nutzung vorhandener Flächen noch „großes Potenzial“ stecke. Dabei seien statt starre Obergrenzen zum Beispiel flexible Bebauungspläne und eine interkommunale Zusammenarbeit gefragt. Den Kommunen vorschreiben zu wollen, sie müssten sich bei Flächennutzungsvorhaben zwischen Wohnungsbau, Gewerbe, Landwirtschaft oder sozialen Zwecken entscheiden, sei nicht zielführend. Der BIHK hat die Broschüre „Standortfaktor Fläche – Flächennutzung in Bayern“ veröffentlicht, die online unter www.bihk.de erhältlich ist. sen

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