IT-Know-how in der Region: Arbeiten mit der Cloud

Eine digitale Infrastruktur, die mitwächst

von Redaktion

Cloud-Experte: „Vielzahl an Möglichkeiten für Unternehmen“

Rosenheim – Alle reden von „der Cloud“, doch welche Vorteile bringt sie dem Nutzer wirklich? Der Rosenheimer Cloud-Spezialist Markus Sümmchen vom IT-Dienstleister White Duck liefert Antworten.

Was ist die Cloud und wem nützt sie?

„Die eine Cloud gibt es in diesem Sinne nicht“, sagt Sümmchen. „Unter Cloud oder Cloud-Computing versteht man im Allgemeinen die Nutzung von Software-Diensten über das Internet, ohne sich über deren Betrieb und Bereitstellung Gedanken machen zu müssen.“ Konkret spreche man hier von „Software as a Service“. Beispiele dafür seien im Geschäftskunden-Bereich Office 365 von Microsoft oder die CRM Lösung von SalesForce. „Endverbraucher nutzen die Cloud mit Musikdiensten wie Spotify oder Speicherdiensten wie DropBox.“ Das Ziel: Software-Dienste wie Strom aus der Steckdose zu konsumieren und nur für die tatsächliche Nutzung zu bezahlen. Unternehmen könnten Software und Infrastruktur nach ihren Bedürfnissen nutzen. „Unternehmen können sich auf ihre Kernkompetenzen fokussieren und die Cloud für die optimale Unterstützung der fachlichen Geschäftsprozesse nutzen, ohne sich um Server-Infrastruktur, Klimatisierung oder Backup zu kümmern.“ Firmeneigene Software-Lösungen würden so mit dem Unternehmen mitwachsen, über Länder- und Kontinentgrenzen, Datenmengen und deren physikalischen Begrenzungen von Speicher und Rechenleistung hinweg. Die Cloud ermögliche die Abbildung neuer Geschäftsprozesse mit Partner und Endkunden, die in neuen Geschäftsmodellen münden können. „Auch dem Weg zum datengetriebenen Unternehmen durch den Einsatz von Big Data-Technologien sind mit der Cloud durch die elastisch mitwachsende Infrastruktur keine Grenzen gesetzt.“ Fürs Internet der Dinge sei die Cloud als Basis-Technologie unabdingbar.

Welche Kritikpunkte gibt es?

„Die Hauptsorge bei Unternehmenskunden ist immer das Thema Daten“, weiß Sümmchen. Oft seien diese das Kernkapital, wie Konstruktionspläne, Steuerungskonfigurationen von Maschinen, Finanzdaten von börsennotierten Unternehmen, Rezepturen und vieles mehr. Dabei sei jedes der großen Cloud-Rechenzentren sicherer, als es ein Unternehmen oder kleiner Rechenzentrumsbetreiber selbst mit seiner Infrastruktur sein könnte. So sicherten sich die Anbieter mit mehrfach gespiegelter Datenhaltung innerhalb eines Cloud-Rechenzentrums gegen Ausfälle ab. Diese Daten seien wiederum verdoppelt in einem Schwesterrechenzentrum vorhanden; optional auch in einer anderen Region auf einem anderen Kontinent. „In Sachen Cyberkriminalität setzen die Anbieter mit weltweit operierenden Sicherheitseinheiten Maßstäbe, die im Kleinen kaum erreichbar sind.“

Fazit zum Thema Sicherheit

„Für jede Cloud-Lösung ist auch ein eigenes Sicherheitskonzept erforderlich“, sagt Sümmchen. Privaten Nutzern rät er zu starken, sicher verwalteten Passwörtern und verschlüsselter https-Verbindung zu den Cloud-Diensten. Diese sollten verschlüsselte Datenhaltung und Datenspeicherung in Europa anbieten. Unternehmen rät er zu einem VPN-Tunnel vom eigenen Netzwerk zum Cloud-Rechenzentrum und zu möglichst wenigen administrativen Zugängen. Elisabeth Sennhenn

Facettenreiche Cloud

Hyperscaler Public Cloud Plattformen von Microsoft (Azure), Amazon (AWS) und Google: Cloud-Plattformen, die ein Zusammenschluss aus vielen Cloud-Rechenzentren dieser Anbieter weltweit sind. Der Vorteil: Software kann per Knopfdruck in einer anderen Region der Welt bereitgestellt werden.

Hybrid-Cloud-Ansätze: Können bei Unternehmenskunden implementiert werden, die nur einen Teil ihrer Daten und Business-Logik in die Cloud verlagern wollen.

Private Cloud: Befindet sich abgekapselt vom Internet im Unternehmensnetzwerk.

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