Yachten Meltl

Nach wie vor größter Partner für Bavaria

von Redaktion

Insolvenz des Bootsbauers Bavaria: Verkauf über Bernauer Partner Meltl läuft weiter

Josef Meltl (1938-2018)

Würzbug/Bernau – Für den insolventen Bootsbauer Bavaria aus Würzburg ist offenbar ein Käufer gefunden worden. Sanierer Tobias Brinkmann zeigte sich in einer Mitteilung positiv. Man verhandele momentan mit mehreren interessierten Bietern und wolle im August zu einem Abschluss kommen.

Die Insolvenz des traditionsreichen, bayerischen Bootsbauers war im April dieses Jahres bekannt geworden und hatte die Branche überrascht, so auch den Premiumpartner Yachten Meltl in Bernau am Chiemsee.

Meltl, selbst ein Traditionsunternehmen, ist seit den frühen 1980er-Jahren Vertriebspartner (siehe Infokasten), für die Würzburger, wurde schließlich exklusiv mit dem Yachtvertrieb in Süddeutschland, Österreich und Kroatien betraut. Meltl hat heute im gesamten Mittelmeerraum zwölf Stützpunkte, Liegeplätzen und Servicestationen mit mobilen Teams.

Die Insolvenz des Herstellers Bavaria habe dem Vertrieb der Yachten weder geschadet, noch sei das Geschäft eingebrochen, bekräftigt Paul Huber, Prokurist und Geschäftsführer bei Meltl. „Wir unterhalten ein weitreichendes Netzwerk und pflegen weltweit beste Beziehungen zu Marinas und Charter-Firmen, das hat uns freilich geholfen.“ Im internationalen Vergleich mache der Verkauf der Bavaria-Boote durch Meltl rund zehn Prozent aus; „das entspricht etwa 80 Schiffen im Jahr.“ Huber ist überzeugt, dass die Insolvenz und der baldige Verkauf von Bavaria dem Zauber der Boote nichts anhaben könne: „Bei Bavaria stimmt einfach das Preis-Leistungsverhältnis und die Schiffe sind allesamt in Deutschland gebaut, was zu ihrem guten Ruf beiträgt.“sen

Yachten Meltl und Bavaria

Die Yachtagentur Josef Meltl GmbH gegründet von Josef Meltl, ist seit 40 Jahren weltweit größter Händler für Bavaria Segelyachten. Meltl, der im Januar 2018 überraschend starb, begann seine Laufbahn 1969 mit der Vermietung von Ruderbooten am Chiemsee. Rasch erkannte er das wachsende Interesse am Wassersport. Die ersten Werftvertretungen sowie der regionale Verkauf von Jollen und Kleinseglern folgten. 1984 gründete Meltl mit Winfried Herrmann Bavaria Yachtbau, das zu Spitzenzeiten 600 Mitarbeiter beschäftigte und 3500 Segel- und Motoryachten produzierte – als einer der größten Yachtbauer Europas und größte Serienwerft Deutschlands. Bei Yachten von 30 bis 55 Fuß zählt das Unternehmen bis heute zu den drei Weltmarktführern. 2007 verkauften die Gründer ihre Anteile an einen Investor. Über den Verkaufspreis wurde in der Branche viel spekuliert; Insider gehen von bis zu 1,3 Milliarden Euro aus. Für Bavaria folgte eine bis heute andauernde, schwierige Phase mit Umsatzrückgang, wechselnden Investoren und Geschäftsführern. Im April 2018 beantragte man schließlich Insolvenz in Eigenverwaltung; die Produktion lief weiter. Meltl förderte nach seinem Ausstieg bei Bavaria junge, zukunftsträchtige Unternehmen, investierte in erneuerbare Energien und Landwirtschaften.

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