Erdöl aus Ampfing

Bald Rohstoff für die regionale Industrie?

von Redaktion

RDG: 2019 könnte gefördert werden – IHK lobt Wertschöpfung vor Ort

Ampfing – Das Technologieunternehmen RDG („Rohöl-Aufsuchungs Aktiengesellschaft“) sieht in Ampfing die Chance auf eine Fördermenge von 560000 Tonnen Erdöl und hofft, noch in diesem Jahr mit den vorbereitenden Bohrarbeiten in Schicking beginnen zu können – im Hintergrund laufen gerade die Genehmigungsverfahren. „Unser Ziel ist es, mit dem Erdöl Abnehmer am heimischen Markt zu beliefern. Die Transportwege sollen möglichst kurz gehalten werden. Erdöl lässt sich nicht nur in Kraftstoff verwandeln. Gerade regional gewonnenes Erdöl wie in Ampfing ist ein wichtiger High-Tech-Rohstoff für die regionale chemische Industrie“, so Hans-Jürgen Handler, RDG-Geschäftsführer für den Bereich Technik.

Förderdauer ist entscheidend

Erdöl ist ein Ausgangsprodukt für zahlreiche Alltagsgegenstände, Hygieneprodukte und Komponenten. Es wird für die Produktion von Waschmittel genauso gebraucht wie für die Herstellung von Smartphones, Outdoor-Bekleidung, PET-Flaschen oder Bildschirmen. Selbst Windräder benötigen zum Betrieb Erdöl. Wie lukrativ das Geschäft mit dem „Schwarzen Gold“ sein wird, wenn – wie man plant – 2019 die Förderung beginnt, entscheidet aber letztlich der Ölpreis. Und der schwankt bekanntlich. Man hofft, mindestens 15 Jahre in Ampfing tätig sein zu können, denn je länger der Förderzeitraum, desto unabhängiger wird das Unternehmen vom Auf und Ab am Ölmarkt. Abhängen werden Verwendung und Preis auch von der Qualität des geförderten Rohstoffs. Herbert Prost, Leiter der IHK-Geschäftsstelle in Mühldorf, sagt, die Kammer begrüße es, wenn die Region von der zusätzlichen Wertschöpfung profitieren könnte, „sofern alle erforderlichen Umwelt- und Naturschutzauflagen beachtet werden.“ RDG gibt an, lediglich Bohrlöcher zu benötigen, die das Öl hochpumpten. sen

Über die RDG und Öl aus Ampfing

Seit Anfang 2016 sucht RDG in Ampfing nach Erdöl. Das Interesse ist historisch bedingt: Von 1954 bis 1997 beförderten hier schon einmal Bohrtürme das „schwarze Gold“ nach oben – bis der Ölpreis in den Keller rutschte und die regionale Förderung unrentabel war.

Der Förderplatz gilt als schwierig: Statt in unterirdischen Becken ist das Öl in den Sandstein-Bodenschichten enthalten.

Die RDG hat ihren Hauptsitz in Hannover. Obgleich eigenständiges Unternehmen, ist die RDG unter dem Dach des Fachinvestors Petroleum Equity angesiedelt. Sie wurde ursprünglich als deutsche Ländergesellschaft der RAG Austria AG gegründet. Während das Kerngeschäft die klassische Erdöl- und Erdgas-Förderung ist, konzentriert man sich zunehmend auf die Erzeugung und Speicherung regenerativer Energien.

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