wirtschaftsbarometer rosenheim im juni

Hohe Investitionsbereitschaft

von Redaktion

Die Fakultät für Betriebswirtschaft an der Hochschule Rosenheim hat im Juni wieder die wirtschaftliche Lage bei den Unternehmen aus Stadt und Landkreis Rosenheim erfragt. Während die Befragten die Zahl ihrer Mitarbeiter zum Großteil nicht verändern möchten, macht sich ein einjähriger Trend zu Investitionen bemerkbar.

Rosenheim – Die aktuellen Ergebnisse des Wirtschaftsbarometers Rosenheim erbrachten eine leichte Abkühlung der im Mai noch sehr guten Geschäftslage. Zwar verbesserten sich die Geschäftserwartungen für die kommenden sechs Monate zum dritten Mal in Folge und dies entgegen der bundesweit eher rückläufigen Entwicklung. Der Saldo aus positiven und negativen Bewertungen der Geschäftslage lag mit + 58,2 Punkten jedoch um gut zehn Punkte unter dem Vormonat. Im Monat Mai betrug der Saldo noch + 69 Punkte.

Die Einschätzungen der insgesamt 50 befragten Rosenheimer Unternehmen zur Entwicklung ihrer Geschäftslage erreichten einen positiven Saldo von + 21,1. Damit hat dieser sich der Erhebung nach zum dritten Mal in Folge verbessert. Zum Vergleich: Im März lag der Saldo in vergleichbarer Höhe bei + 20,6; noch im Februar blickten die befragten Unternehmen aus Stadt und Landkreis nicht so optimistisch in die Zukunft. Damals erreichte der Saldo einen Wert von + 11,6.

Die zeitgleichen Erhebungen des ifo-Instituts auf Deutschlandebene zeigen dagegen ein ausgewogenes Bild: Die befragten Unternehmen aus dem gesamten BRD-Gebiet verharren mit ihren Geschäftserwartungen auf gleichbleibendem Niveau: Der Saldo der negativen und positiven Erwartungen liegt zum sechsten Mal in Folge recht konstant bei +6,0. Regelmäßig zum Quartalsende wurden die Unternehmen von der Fachhochschule außerdem zu ihren Planungen bezüglich der Investitionshöhe und der Mitarbeiteranzahl befragt. Die guten Geschäftserwartungen schlagen sich auch in den Investitionsvorhaben nieder, wie die Umfrage unter den hiesigen Betrieben zeigt. So planen aktuell 46 Prozent der Rosenheimer Teilnehmer, die Investitionen auszuweiten. Aber die Hälfte plant keinerlei Veränderungen ihrer Investitionen. Nur vier Prozent wollen diese reduzieren. Im historischen Vergleich zeigt sich, dass seit einem Jahr, von Juni 2017 an, die Unternehmen mehr Investitionsbereitschaft zeigen. Zwar gab es Ende 2013 im Fünf-Jahres-Vergleich bereits eine Spitze von gut 35 Prozent, die ihre Ausgaben erhöhen wollten. Auch im März 2015 war die Stimmung mit rund 37 Prozent ähnlich. Nach einem Investitions-Hoch im Dezember 2016 und einem darauf folgenden knapp sechsmonatigen Rückgang nimmt die Investitionslaune in Rosenheim seitdem wieder Fahrt auf. Günstige Zinsen sorgen dafür, dass beispielsweise Geld in Räumlichkeiten, Ausstattung und Technologie gesteckt wird oder in Schulungen der Mitarbeiter. Flächenknappheit und hohe Immobilienpreise treiben die Unternehmen an, mehr Sachinvestitionen zu tätigen. Auch Materialengpässe bei Zulieferern in einigen Branchen sorgen dafür, dass mehr Mittel in vorsorgliche Bestellungen fließen.

Am investitionsfreudigsten ist die Dienstleistungsbranche (50 Prozent), gefolgt vom Einzelhandel (45 Prozent). Dieser ist derzeit die einzige Branche in Rosenheim, in der 18 Prozent der Befragten Unternehmen eine Kürzung der Investitionen bis Ende 2018 planen. 42 Prozent der befragten Unternehmer aus dem verarbeitenden Gewerbe wollen noch in diesem Jahr mehr investieren.

Die wenigsten planen mehr Personal

Der Trend, der sich bei der Frage nach der Mitarbeiter-Prognose abzeichnet: Die meisten Branchen und Unternehmen wollen an der Zahl ihrer Beschäftigten im Lauf des Jahres nichts mehr ändern. Beim verarbeitenden Gewerbe sagen dies 75 der Betriebe; hier wollen nur 25 Prozent mehr Personal einstellen. Im Einzelhandel bleibt bei 64 Prozent in Sachen Personal alles wie gehabt. Neun Prozent wollen hier sogar abbauen. 70 Prozent der Dienstleister wollen nichts ändern, fünf Prozent Personalkapazitäten abbauen. Im Baugewerbe ist die Stimmung ausgewogen: Jeweils 33 Prozent der Betriebe wollen Personal abbauen, es bei dem derzeitigen Stand belassen oder mehr Leute einstellen.

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