Amerang – Kunststoffe sind im Alltag und in der Industrie nicht mehr wegzudenken. Sergej Andert, Ausbildungsleiter bei Auer Packaging in Amerang, erklärt, was ein angehender Verfahrensmechaniker für Kunststoff und Kautschuk in seiner Ausbildung lernt. Die Aussichten sind gut; auch die Weiterbildung lohnt sich für die späteren Facharbeiter.
Was genau macht ein Verfahrensmechaniker für Kunststoff und Kautschuk, welche Aufgaben hat er speziell bei Auer?
Die Berufsbezeichnung ist sehr weit gefasst. Innerhalb des Berufsbildes gibt es diverse Fachrichtungen, auf die man sich spezialisieren kann. Der Fachbereich, in dem wir ausbilden, bezieht sich auf Formteile für Spritzgussanlagen. Auf der Berufsschule werden die Azubis aller Fachrichtungen die ersten beiden Lehrjahre gemeinsam unterrichtet, erst im dritten Jahr entscheiden sich die Schüler für eine Spezialrichtung.
Bei Auer beinhaltet der Beruf des Verfahrensmechanikers vielseitige Aufgaben. Das Rüsten der Werkzeuge in die Maschinen gehört dazu, wobei unser schwerstes Werkzeug in Amerang acht Tonnen wiegt und nur mit dem Brückenkran in der Halle bewegt werden kann. Außerdem muss man das Erstellen des Spritzprogramms und das Schreiben des Roboterprogramms beherrschen. Der Verfahrensmechaniker ist zudem für die Materialvorbereitung zuständig. Es gibt schließlich verschiedene Kunststoffe, zum Beispiel mit Glasfaseranteilen. Manchmal müssen auch Farben beigemischt werden. Auch die Durchführung von Qualitätskontrollen an den Bauteilen fällt in seinen Aufgabenbereich.
War es schwierig, die Lehrstellen zu besetzen? Ist dieser Lehrberuf bekannt oder war er auch beim Bewerber erklärungsbedürftig?
Der Beruf des Verfahrensmechanikers für Kunststoff und Kautschuk wird immer populärer, weil die Kunststoffbranche stark wächst und es gerade bei uns in der Region viele Unternehmen und Industriebetriebe gibt, die qualifizierten Nachwuchs suchen. Als ich selbst meine Ausbildung begonnen habe, gab es an der Berufsschule in Wasserburg zehn Klassen für diesen Zweig. Heute sind es 21. So hatten wir auch keine Schwierigkeiten, unsere beiden Lehrstellen zu besetzen. Es gab sehr gute Bewerber, die auch schon ein recht klares Bild davon hatten, was der Beruf mit sich bringt.
Wie sind die Berufsaussichten für den Verfahrensmechaniker? Welche Aufstiegschancen gibt es?
Verfahrensmechaniker in der Fachrichtung Formteile haben aktuell sehr gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Aber unser Ziel ist es natürlich, für uns selbst auszubilden. Das heißt, wer seine Ausbildung bei Auer Packaging mit gutem Erfolg abschließt, wird in der Regel übernommen. Was die Aufstiegschancen angeht, kann man mit Engagement nach weiteren sechs Monaten an der Berufsschule den Meisterbrief in der Tasche haben. Mit zwei Jahren Berufserfahrung und zusätzlichen zwei Jahren Schule, kann man sich zum Techniker für Kunststoff und Kautschuk weiterbilden.
Wer genug langen Atem für ein Studium hat, bringt es in drei bis vier Jahren zum Kunststoffingenieur. sen