Interview zum Thema Künstliche Intelligenz

Das Planetensystem im Klassenzimmer betreten

von Redaktion

Gespräch mit einem der jüngsten deutschen KI-Experten über Nutzen und Weiterentwicklung der neuen Technologie

Gut Ising – Dr. Cristian Axenie arbeitet als Forschungsingenieur für Maschinenlernen und Big Data beim chinesi-schen Elektronikkonzern Huawei in München. Nebenbei leitet der 33-Jährige mit rumänischen Wurzeln den Forschungsbereich Künstliche Intelligenz und Virtual Reality am AUDI Konfuzius Institute Ingolstadt (AKII). Zudem ist er Dozent an der TU München. Ausgestattet mit einem Elite-Forschungsstipendium des bayerischen Wissenschaftsministeriums promovierte der Informatiker und Elektrotechniker in Neurowissenschaften und Robotik. 2016 und 2017 erhielt er mehrere Auszeichnungen für die Entwicklung innovativer Praxisanwendungen im Bereich Maschinenlernen und neurale Netzwerke. Den OVB-Heimatzeitunhen erzählte er, wie sich der Einsatz Künstlicher Intelligenz in der Praxis auswirkt.

Womit beschäftigen Sie sich am AKII?

Das Konfuzius Institut ist mit seinen Kursen für chinesische Sprache und Kultur und dem weltweiten Verbund vergleichbar mit dem Goethe-Institut in Deutschland. Im AKII geht es in enger Kooperation mit der Stadt Ingolstadt und Audi als technisch orientierte Sondereinrichtung um Innovationsmanagement und Entwicklung. Die Erforschung von Künstlicher Intelligenz und Virtual Reality umfasst dabei einen sehr großen Bereich unterschiedlichster Anwendungen. Schwerpunkte könnte man im Einsatz der neuen Technologien im Bereich Bildung und Medizin sehen.

Haben Sie ein paar Beispiele aus der Praxis, wie den Nutzen von Virtual Reality belegen?

Im Klassenzimmer setzen wir Elemente ein, um den Unterricht zu verbessern und das Stoffverständnis anschaulicher zu machen. Durch 3D begreift man etwas besser als mit reinem Lesen. Etwa, wenn ich mir mit einer Virtual Reality-Brille das Planetensystem und seine Funktionsweise sehr konkret anschauen und dabei auch die Perspektive wechseln kann. Der Lernprozess wird intuitiver und tiefgehender. Im medizinischen Bereich geht es um den klinischen Einsatz, als alternative, unterstützende Therapie speziell bei Krebs- und Schmerzpatienten. Studien zeigen, dass sich so möglicherweise Medikamente verringern oder gezielter einsetzen lassen.

Wohin führt der Weg der Virtual Reality?

Ein Problem ist aktuell noch, dass sich VR nur zeitlich begrenzt einsetzen lässt, weil man dann zum Beispiel Kopfschmerzen bekommt. Um das abzumildern, haben wir die optische Bild- und Signalverarbeitung im Gehirn mit den Parametern in Virtual Reality-Geräten abgeglichen. Mithilfe von Künstlicher Intelligenz, so die Hoffnung in Forschung und Wirtschaft, lassen sich die Parameter besser an die menschlichen Bedürfnisse anpassen. Damit erweitert sich auch das Einsatzspektrum der Geräte.Interview: Axel Effner

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