Freilassing – Im OVB-Gespräch äußert sich Thomas J. Halletz, Geschäftsführer der Kiefel GmbH darüber, wie sich der weltweit aufgestellte Maschinenbauer auf Ereignisse mit wirtschaftspolitischen Konsequenzen wie den Brexit vorbereitet. „Das Thema beschäftigt uns bereits heute, weil Firmen, die aus Großbritannien nach Europa exportieren, derzeit nicht investieren. Die Verunsicherung ist einfach sehr groß“, so Halletz. Vorerst gehe es zwar „nur um die eine oder andere Maschine“, aber monetär gesehen gehe es dabei um Millionenbeträge. „Zur Vorbereitung auf den Brexit gehen wir noch mal die komplette Gesetzgebung zur Exportkontrolle durch. Der Umsatzanteil Englands macht für uns etwa fünf Prozent aus.“
Nach einer Analyse des Weltwirtschaftsforums ist Deutschland Weltmeister bei der Innovationsfähig-keit – auch bei Kiefel fände eine „permanente Erneuerung“ statt, indem etwa eigene, neue Maschinen undMaschinengenerationen konzipiert und entworfen würden: „Wir stecken zwischen vier bis sechs Prozent unserer Ausgaben in die Entwicklung.“ Während Zollhemmnisse weniger das Problem seien, träfen bürokratische Hürden das Unternehmen schon härter, zumindest mit erhöhtem zeitlichen Aufwand bei der Auftragsabwicklung und im Export, was für Maschinenbauer ein „gewichtiger Faktor“ sei, wie Halletz betont.
„Wir arbeiten regional mit dem Hauptzollamt in Rosenheim und der Stelle in Bad Reichenhall zusammen, das funktioniert gut. Schwierig wird es bei bürokratischen Hürden, vor allem im Ausland.“ Etwa, wenn Arbeitskräfte und Gelangensbestätigung dem Finanzamt übermittelt werden müssten. „Wir müssen vom Kunden ein zusätzliches Dokument unterschreiben lassen, das bestätigt, dass eine gelieferte Maschine auch vor Ort angekommen und in Betrieb genommen worden ist, obwohl es bereits ein Endabnahmeprotokoll gibt. Das heißt, wir machen ein Dokument zum Dokument“, schildert Halletz ein Beispiel aus der Praxis. eff