Wolfgang Janhsen, IHK Rosenheim
Tittmoning/Feldkirchen-Westerham – Der Kauf von Wohneigentum wird in der Region immer teurer. Den stärksten Anstieg der Marktpreise im südostoberbayerischen Wohnungssegment verzeichnet derzeit Tittmoning im Landkreis Traunstein: plus 23,5 Prozent. Auch in Waldkraiburg, Neumarkt-Sankt Veit und in Tacherting lassen sich seit Herbst 2017 große Preissprünge um bis zu 18,9 Prozent beobachten.
Die Industrie- und Handelskammer bemängelt schon länger, dass hohe und ansteigende Preise für Immobilien, aber auch für Mietobjekte, die ohnehin schon schwierige Suche nach Fachkräften weiter verschärft. So fordert sie in ihrem Positionspapier „bezahlbarer Wohnraum“ etwa, der Gesetzgeber solle wirtschaftliches Bauen und Wohnen ermöglichen und nicht mit noch mehr Vorschriften und Nebenkosten verkomplizieren.
Bei einem großen Arbeitgeber in Tittmoning, der Siloking GmbH, beobachtet man laut Personalleiter Stefan Matthaei zwar die Situation am Wohnmarkt, aber die dortigen Preise seien momentan noch nicht das beherrschende Thema bei Bewerbungsgesprächen. Er kann sich aber vorstellen, dass sich das künftig ändere.
„Würden wir aus anderen Teilen Deutschlands rekrutieren, würden wir sicher auf die hohen Miet- und Kaufpreise bei uns angesprochen“, sagt Christine Kapfhammer, Personalreferentin bei der Spinner GmbH in Feldkirchen-Westerham. Da man – wie bei Siloking auch – aber überwiegend Personal aus der Region gewinne, seien die hohen Preise zumindest bekannt. Feldkirchen-Westerham gehört zu den Spitzenreitern in der aktuellen Immobilienpreis-Auswertung: Preise ab 4090 Euro je Quadratmeter müssen Hausinteressenten hier zahlen; mit 4010 Euro/m² für eine Eigentumswohnung liegt die Gemeinde hinter dem Preistreiber Bad Aibling (4260 Euro/m² im Wohnungssegment). „Wir beschäftigen auch Mitarbeiter, aus der Region in unserer Münchener Niederlassung. Diese wohnen dann lieber im Landkreis Rosenheim, weil es hier im Vergleich noch günstiger ist,“ weiß Kapfhammer. An dritter und vierter Stelle bei den Wohnungspreisen liegen Kolbermoor (3870 Euro) und Rosenheim (3810 Euro).
Den größten Preissprung bei Häusern (18 %) seit Herbst 2017 gab es in Prien. In Grassau und Kiefersfelden sind es zwischen 14,4 und 16,1 Prozent mehr. In Bad Endorf (3,3 %), Bruckmühl (4,9 %), Haag (5,2 %) und Bernau am Chiemsee (5,3 %) fällt der Anstieg dagegen etwas moderater aus.