Bis Ende dezember

„Verkauf steht nicht zur Diskussion“

von Redaktion

Betriebsratsvorsitzender Markus Unterleitner äußert sich zum internen Treffen

Rosenheim – Nach der gestrigen Berichterstattung über einen erneuten befürchteten Stellenabbau und Verkauf weiterer Unternehmensteile bei der Kathrein SE, meldet sich nun der Betriebsrat zu Wort. Im Interview mit den OVB-Heimatzeitungen betont Betriebsratsvorsitzender Markus Unterleitner, es stehe weder ein Verkauf an, noch würden momentan Stellen reduziert.

Wie bewerten Sie das Gespräch zwischen Konzernleitung, Betriebsrat und IG Metall vom Montag?

An dieser Stelle möchten wir uns der Meinung von Jochen Hafner von der IG Metall Rosenheim anschließen, der meinte, es sei ein offenes und transparentes Gespräch gewesen.

Laut unserer Information steht im Mittelpunkt der Neuausrichtung die Eigenständigkeit der verschiedenen Kathrein-Sparten. Bedeutet das für Sie eine Zerschlagung des Unternehmens und befürchten Sie den Verkauf verschiedener Bereiche, wie bereits beim Continental-Deal passiert?

Im Zuge der Neuausrichtung von Kathrein werden verschiedene Szenarien zur Gruppenstruktur geprüft. Kathrein plant, seine Sparten so aufzustellen, dass sie autark werden und ihre individuellen Stärken entwickeln können. Ein Verkauf wurde uns bis heute nicht mitgeteilt und steht somit auch nicht zur Diskussion.

Gibt es nach dem ersten Gespräch Informationen über einen drohenden Personalabbau? Befürchten Sie einen Stellenabbau?

Im Rahmen der Restrukturierung wurden verschiedene Maßnahmen angesprochen, aber über einen Stellenabbau wurde nicht verhandelt. Eine Stellenanpassung in bestimmten Bereichen ist für ein Unternehmen immer relevant. Derzeit sucht das Unternehmen unter anderem sogar nach Fachkräften am Arbeitsmarkt, die uns unterstützen sollen.

Stimmt es, dass seit Monaten eine hohe Anzahl an Fachkräften gekündigt haben?

Eine Fluktuation ist gegeben. Von einer Mitarbeiterflucht kann an dieser Stelle aber nicht die Rede sein.

Wie groß ist die Möglichkeit des Betriebsrats, Einfluss auf die Neuausrichtung zu nehmen?

Im Rahmen unserer Möglichkeiten versuchen wir, unternehmerische Entscheidungen mitzugestalten. Die gesetzliche Mitbestimmung des Betriebsrates ist allerdings streng geregelt.

Halten Sie die Belegschaft in puncto Sanierungsprozess für ausreichend informiert?

Der Betriebsrat hat den Vorstand der Kathrein SE gebeten, die Mitarbeiter so gut wie möglich mit Informationen zu versorgen. Die Informationen des Betriebsrates werden ausschließlich intern über Aushänge und unsere Homepage veröffentlicht. Hier versuchen wir, die Mitarbeiter über den aktuellen Stand der Neuausrichtung zu informieren.

Ist die Konzernführung Ihrer Meinung nach auf dem richtigen Weg, um das Unternehmen zu mehr Stabilität zu führen?

Der Weg der Restrukturierung ist aus unserer Sicht notwendig.

Gelten noch: Sozialpan undErgänzungstarif

Vor knapp einem Jahr, am 24. November 2017, äußerte sich Markus Unterleitner im OBV zur Verstärkung der Kathrein-Geschäftsführung durch Restrukturierer Hans-Joachim Ziems. Damals sagte er, die Verunsicherung in der Belegschaft sei groß, aber auch, dass in diesem Kontext kein Stellenabbau bevorstehe. Weiter gelte bis Dezember ein gemeinsam vereinbarter Ergänzungstarifvertrag, der betriebsbedingte Kündigungen bis Dezember 2018 nur sehr schwer möglich mache. „Zusätzlich besteht ein aktueller Sozialplan, dessen Regelungen bis Dezember 2018 gültig sind.“ Laut Betriebsrat kamen der Ergänzungstarifvertrag und der Sozialplan beim Treffen am Montag nicht zur Sprache.

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