Rosenheim – Jeder kann alles erreichen, ist Ralph Keppelers Einstellung. Der Rosenheimer Rechtsanwalt, Coach und Vortragsredner sagt: „Bildung ist Macht“ und will mit seinem Beitrag auf der „Langen Nacht der Weiterbildung“ (siehe Infokasten) die Besucher motivieren, „mehr zu wollen, mehr zu tun und mehr zu sein.“
Bildung gibt einem heute die Macht zum Bruch zwischen Berufsausbildung und tatsächlicher Tätigkeit. Früher undenkbar. Was bedeutet das für uns heute?
Jedem von uns steht eine schier unüberschaubare Masse an beruflichen Möglichkeiten offen. Es ist noch gar nicht so lange her, dass ein einmal eingeschlagener Weg oft nicht mehr veränderbar war. Ein Abkommen davon war gesellschaftlich nicht vorgesehen. Heute steht es uns frei, nicht zuletzt im Rahmen der angebotenen Weiterbildungsmöglichkeiten, den eigenen Weg zu wählen, dessen Richtung selbst vorzugeben. Jeder kann sich beruflich umorientieren, neue berufliche Leidenschaften entdecken und diese Ziele umsetzen.
Es mangelt aber häufig an der Kompetenz, Veränderungen in der Praxis umzusetzen. Wie kann man ins Tun kommen?
Die Wahl zu haben, bedeutet, sich mit seinen beruflichen Möglichkeiten auseinanderzusetzen, immer mehr zu können sich nicht mit dem Bestehenden zufrieden geben zu müssen. Zugleich bedeutet es die Notwendigkeit, sich entscheiden zu müssen und die Verantwortung für das eigene Handeln zu übernehmen. Ob die getroffene Entscheidung gut oder schlecht sein wird, ist nicht vorhersehbar. Die Angst vor einer Fehlentscheidung sowie der persönlichen Angreifbarkeit hat oft eine lähmende Wirkung – es ist so, wie mit dem Reh im Scheinwerferlicht: Es bleibt wie angewurzelt und geblendet stehen. Aber eine nicht getroffene Entscheidung kann eine schlechte Entscheidung sein. Selbstbewusstsein, Eigenverantwortlichkeit und der Umgang mit einem potenziellen Scheitern wird durch Bildung allein leider nicht vermittelt.
Sie sagen, der Erfolg kommt erst mit erreichten Zielen – Erfolg selbst sei noch kein Ziel. Kennen Menschen, die sagen „ich will erfolgreich sein“, ihre Ziele nicht?
So ist es. Sie beschreiben plakativ den bevorzugten Weg, aber nicht das persönliche, individuelle Ziel. Für den eigenen Erfolg ist es unerlässlich, sich über seine Ziele klar zu werden, diese zu bestimmen und zu definieren. Nur so kann man den Weg dorthin konsequent beschreiten. Um loszulaufen, sollte man die Richtung kennen. Sonst ergeht es einem wie dem Hamster im Hamsterrad, das von innen auch aussieht wie eine Karriereleiter, aber nirgendwohin führt. sen