Feldkirchen-Westerham –Die rund 150 Beschäftigten der C.P.M. Contract Pharma GmbH, ein Unternehmen der Aenova-Gruppe mit Sitz in Feldkirchen-Westerham, wollen historisch gewachsene, ungleiche Lohnstrukturen vor Ort nicht mehr akzeptieren, wie Sigrid Gaetke von der zuständigen Tarifkommission erklärt. Rund 80 Beschäftigte trafen sich am Donnerstag mit Vertretern der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) zu einer Kundgebung vor dem Werkstor.
Tarif gilt schon an anderen Standorten
Laut Gaetke erhalten die Beschäftigten am Schwesterstandort Swiss Caps in Bad Aibling bereits seit Längerem rund 20 Prozent mehr Lohn, annähernd so viel wie der Flächentarif der Chemiebranche. Auch in Wolfratshausen, wo sich ein weiterer Standort befinde, werde entsprechend angepasst entlohnt. IG BCE und Tarifkommission fordern für die Feldkirchen-Westerhamer von der Aenova-Konzernführung, innerhalb der kommenden drei Jahre zu 97,5 Prozent an den Chemie-Flächentarif heranzureichen. „Die Geschäftsführung in Feldkirchen-Westerham steht hinter diesen Forderungen und unterstützt die Belegschaft“, so Gaetke weiter, auch Aenova sei prinzipiell bereit, mehr zu zahlen –jedoch nicht über einen so langen Zeitraum. „Sie bieten uns eine kurzfristigere Lösung für gut ein Jahr an, die den Mitarbeitern aber nicht die Sicherheit bietet wie der Flächentarif über einen längeren Zeitraum.“ Mittlerweile sei man schon bei der sechsten Verhandlungsrunde angekommen ohne konkretes Ergebnis. Stefan Plenk von der IG BCE schildert, dass bei C.P.M. nicht nur intern gleiche Arbeit ungleich netlohnt werde, sondern auch „große Teile der Belegschaft bis zu 30 Prozent weniger verdienen als ein Mitarbeiter von benachbarten Chemie- und Pharmabetrieben.“ Bis zu 700 Euro brutto betrage der Unterschied.
Die Tarifkommission zeigte sich am Freitag im Gespräch mit den OVB-Heimatzeitungen „bereit für weitere konstruktive Verhandlungen“ mit Aenova, „die allerdings einen deutlichen Anstieg der Löhne und Gehälter zur Folge haben müssten.“ Aenova selbst äußerte sich nicht dazu. Der Standort Feldkirchen-Westerham gilt als profitabel. Erst in diesem Jahr schloss Aenova ein weiteres Tochterunternehmen in Bruckmühl mit 60 Mitarbeitern. Diese konnten zum Großteil entweder nach Feldkirchen-Westerham oder nach Bad Aibling wechseln. sen