Mit Bedacht im wachsenden Markt

von Redaktion

Das Kernprodukt, um das sich bei der Monasan GmbH in Rosenheim alles dreht, geht in seinen Ursprüngen zurück bis ins China des frühen 16. Jahrhunderts. Wahrscheinlich sogar noch weiter.

Rosenheim – Während im Europa des 16. Jahrhunderts noch tiefstes medizinisches Mittelalter herrschte und Anatomen, Bader und Hippokrates-Anhänger sich einen undurchsichtigen „Markt“ teilten, erwähnen chinesische Schriftstücke eines Hofarztes aus Peking erstmals die heilsame Wirkung von fermentiertem roten Reis auf praktisch den gesamten Organismus.

Mit Cholesterinsenker fing alles an

Diese traditionellen Erkenntnisse macht sich das Unternehmen Monasan, Entwickler von Nahrungsergänzungsmitteln, heute zunutze – auch wenn inzwischen Hightech-Verfahren in der Produktion eine Rolle spielen. „Reis verfärbt sich beim Fermentieren rot. Der Hauptinhaltsstoff darin ist Monacolin K, eine natürliche Substanz von Statinen, die den Cholesterinspiegel senken“, erklärt Melanie Winkler. Sie ist Heilpraktikerin und gehört bei Monasan zum fünfköpfigen Beraterteam für Verbraucher und Fachkunden. „Dieser Inhaltsstoff ist auch in handelsüblichen Medikamenten enthalten, allerdings werden sie dafür künstlich im Labor erzeugt. Die Patienten, die aus gesundheitlichen Gründen Cholesterinsenker einnehmen müssen, leiden teils unter gravierenden Nebenwirkungen.“

Die Ergänzungen könnten die Medikamente nicht in jedem Fall ersetzen, jedoch ließen sich zum Beispiel Dosierungen reduzieren, Nebenwirkungen eindämmen.

Monacolin, dieser natürliche Cholesterinsenker, ist auch der Namensgeber des Unternehmens und bis heute der Inhaltsstoff des meist verkauften Produktes. Seit rund 20 Jahren ist Monasan am Markt. Inzwischen sind weitere Produkte hinzugekommen: Schwerpunkte sind Nahrungsergänzungen für den Fettstoffwechsel, ein gesundes Herz-Kreislauf-System und Gefäße.

Seit knapp drei Jahren ist Donald Mc Loughlin Geschäftsführer; sein Vorgänger Robert Schunk, der einer Münchener Pharmadynastie entstammte, verstarb 2013. Unter Mc Loughlin erarbeitete sich der kleine Rosenheimer Betrieb – insgesamt beschäftigt Monasan neun Mitarbeiterinnen „aus allen Lebensjahrzehnten“ – mit seinem Beraterteam, das für die Verbraucher kostenlos erreichbar ist, ein Alleinstellungsmerkmal. „Wir wollten telefonisch fundiert beraten und dem Kunden mit naturheilkundlichem Wissen und Rat zur Seite stehen, aber kein Callcenter sein“, beschreibt Mc Loughlin den Service, der nicht nur für den End-, sondern auch für die Fachkunden wie Ärzte und Naturheilkundige eine Anlaufstelle ist. „Es gibt Beratungen, die dauern auch mal eine Stunde. Wir verkaufen nichts am Telefon, sondern gehen auf den Einzelfall des Anrufers ein, seine gesundheitlichen Probleme und seinen Präventionsbedarf.“ Verkauft werden die Nahrungsergänzungen im eigenen Webshop und über Apotheken. Die Rezepturen entwickelt Monasan selbst in Zusammenarbeit mit Ökotrophologen. „Die Wege bei uns sind kurz, die Hierarchien flach – wir sind ständig im Austausch miteinander, denn nur so können wir am Ball bleiben und erkennen, wann zum Beispiel Bedarf an einer neuen Rezeptur entsteht“, beschreibt Melanie Winkler das interne Vorgehen. Denn um mal eben so einen Trend aus der Lebensmittelindustrie mitzunehmen, dazu sei die Entwicklung von Nahrungsergänzungen zu komplex. Bis zu einem Jahr dauere es, um einen Bedarf auf Verbraucherseite zu identifizieren, eine Rezeptur für ein Produkt zu kreieren und es schließlich herzustellen. „Nahrungsergänzungen sind, wie der Name schon sagt, ein Stück Nahrung. Wir würden nie auf ein Monopräparat setzen, das sich jeder heute im Drogeriemarkt kaufen kann, wie Magnesium, Hyaluron oder Zink“, so Mc Loughlin.

Alternativen zur Verpackung gesucht

Der Kritik am teils sorglosen Konsum von Nahrungsergänzungen ist man sich bewusst – allein in Deutschland werden jährlich Kapseln, Ampullen und Brausetabletten im Wert von einer Milliarde Euro eingenommen. „Da sind wir mit in der Verantwortung, um Missbrauch vorzubeugen. Zum Beispiel, indem wir die tägliche Einnahmeempfehlung ohne Risiko für den Verbraucher niedriger ansetzen. Merken wir in einer telefonischen Beratung, der Anrufer braucht anhand seiner Blutwerte derzeit keine Nahrungsergänzung, dann sagen wir ihm das.“

Die Produktion vergibt Monasan an deutsche und österreichische Partner, die selbst umfangreich zertifiziert sein müssen. „Sie ziehen externe Labore hinzu, um Rohstoffe, insbesondere das rote Reismehl, auf jegliche Schadstoffe prüfen zu lassen“, erklärt Einkaufsleiterin Sonja Rohner. „Erst nach erteilter Freigabe durch das Sachverständigenlabor wird der Rohstoff verarbeitet.“

Mit den Partnern ist man auch in engem Austausch wegen eines Themas, das momentan nicht nur die Pharma- und Lebensmittelbranche umtreibt: umweltfreundliche Verpackungen entwickeln. Noch erreichen die Präparate in einem Hartplastikfläschchen die Kunden. Diese seien zwar BPA-frei und produzierten keine Mikroplastikpartikel, seien aber nicht voll kompostierbar. „Die Frage nach Verpackungsalternativen stellt uns nicht nur logistisch vor ein großes Problem“, erklärt Mc Loughlin, „denn Glas zum Beispiel kann zu Bruch gehen. Außerdem sollte die Verpackung in Zukunft in einen Briefkasten passen.“

Unterschätzen dürfe man nicht den Aufwand für die Lohnunternehmen, deren Maschinen kompatibel mit neuen Behältnissen sein müssen. „Es kann passieren, dass in neue Anlagen investiert werden muss, wenn Auftraggeber die Verpackung umstellen. Das ist weit im Vorfeld abzuklären.“ Man sei im Gespräch mit Verpackungsexperten, auch aus der Region. „2019 wollen wir erstmals neue Lösungen testen.“

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