Rosenheim – Es herrschen keine einfachen Zeiten für Bankhäuser. Niedrigzinsen prägen den Markt. Geopolitische Unsicherheiten wie der bevorstehende Brexit beeinflussen die Finanzgeschäfte. Beim großen Zukunftsthema Digitalisierung finden viele Institute nicht den richtigen Weg – preschen zu schnell nach vorne oder bleiben auf der Strecke.
In solch einem schwierigen Umfeld ein dynamisches Wachstum zu präsentieren, da gehört schon etwas dazu. Der Sparkasse Rosenheim-Bad Aibling ist das erneut gelungen. Kein Wunder also, dass dem Vorstandsvorsitzenden Alfons Maierthaler die Freude deutlich anzumerken war. Bei der Bilanzpressekonferenz stellte er zusammen mit den Vorständen Karl Göpfert und Harald Kraus er die Geschäftszahlen des Jahres 2018 vor.
Die Bilanzsumme von 5,24 Milliarden Euro ist demnach im Vergleich zu 2017 um 255 Millionen Euro gestiegen – ein Plus von 5,1 Prozent, das rein durch das starke Kundengeschäft in Stadt und Landkreis Rosenheim zustande gekommen ist. Um die gleiche Punktzahl gestiegen sind die Einlagen, die in 2018 mit 4,03 Milliarden Euro um 195 Millionen Euro höher lagen als im Vorjahr.
In diesem Wachstum spiegele sich nicht nur das Vertrauen der Kunden in die Sparkasse wider, sondern zeuge auch von einer starken wirtschaftlichen Entwicklung der Region, so Maierthaler. Mit einer Eigenkapitalausstattung von rund 756 Millionen Euro, rund 21 Prozent Eigenkapitalquote, verfügt die Bank zudem über eine hohe Risikotragfähigkeit.
Vorstandsvorsitzender Maierthaler bezeichnete die Sparkasse Rosenheim-Bad Aibling als „starken Finanzpartner für die Region“. Dabei setzt man zum Beispiel auf eine dezentrale Struktur mit Geschäftsstellen in der Region und gebündelter Spezialkompetenz in der Hauptgeschäftsstelle in Rosenheim.
In Sachen Digitalisierung stellt sich die Sparkasse aktiv für die Zukunft auf. Der Ansatz: Man will dem Kunden die Wahl des Kommunikationsweges überlassen. Neben dem bewährten Geschäftsmodell mit persönlichen Ansprechpartnern werden digitale, mobile oder online-Kanäle angeboten.
Im Geschäftsgebiet der Sparkasse Rosenheim-Bad Aibling haben die Kunden in 2018 von den 6,4 Millionen Überweisungen bereits 80 Prozent digital getätigt. Vorstandsmitglied Harald Kraus skizzierte digitale Lösungen wie die neuen Möglichkeiten von Multibanking oder Echtzeitüberweisungen. Er kündigte für 2019 außerdem die Einführung eines e-safes, des Identifikationsdienstes „YES“, eines persönlichen Finanzmanagements sowie eines digitalen Beratungscenters an.
Bei der Sparkasse Rosenheim-Bad Aibling sieht man sich auch als Wirtschaftsmotor der Region, was sich insbesondere im Kreditgeschäft zeigt. Über 900 Millionen Euro gab die Bank an neuen Krediten aus – ein Zeichen der hohen Investitionsbereitschaft in und um Rosenheim. 61 Prozent davon gingen an Unternehmer und Selbstständige. Der Kreditbestand umfasst eine Summe von 3,68 Milliarden Euro, 167 Millionen Euro oder 4,7 Prozent mehr als im Vorjahr.
In seinem Marktausblick betonte Maierthaler: „Solange sich geopolitische Probleme wie die Handelsstreitigkeiten zwischen den USA, China und der EU, aber auch die voranschreitende Überschuldung Italiens und Schwierigkeiten Südeuropäischer Länder sowie die Brexit-Thematik nicht beruhigen, ist weiterhin mit nervösen Kapitalmärkten zu rechnen.“ Mit attraktiven Zinsen sei weiterhin nicht zu rechnen. Der Vorstandsvorsitzende appellierte trotzdem, Vermögensaufbau zu betreiben. Aber wie?
Angesichts der derzeitigen Niedrigzinsen bieten reine Zinsprodukte kaum Rendite. Das Wertpapiergeschäft hat dagegen einen regelrechten Boom erlebt. Die Zuwachsrate im Geldvermögen, das die Sparkasse Rosenheim-Bad Aibling verwaltet, ist im Vergleich zu 2017 um 153 Prozent gestiegen. Der Nettoabsatz ist in 2018 um 222 Prozent auf 100 Millionen Euro gestiegen. Laut Maierthaler seien breit diversifizierte Fonds mit Aktienbeimischung mit langem Anlagehorizont im aktuellen Umfeld eine sinnvolle Anlagestrategie. Wichtig sei dabei allerdings eine kompetente Beratung und Begleitung.
Eine hohe Summe investiert man bei der Sparkasse Rosenheim-Bad Aibling jedes Jahr in das Geschäftsstellennetz und die Digitalisierung, wie Vorstandsmitglied Karl Göpfert darlegte. Acht Millionen Euro gingen 2018 unter anderem in die Modernisierung der Standorte Neubeuern und Nußdorf sowie in einen Neubau in Aisingerwies. Dort entstand ein Wohn- und Geschäftshaus mit elf Wohneinheiten, einer Beratungs-Geschäftsstelle der Sparkasse sowie einer Allgemeinarztpraxis.
Durch das soziale Engagement sieht man sich bei der Sparkasse Rosenheim-Bad Aibling auch als Impulsgeber für die Region. Über die sogenannte „Bürgerdividende“ wurden für 2018 rund 3,1 Millionen Euro für circa 700 Einzelmaßnahmen in Sport, Kultur, Bildung oder Forschung zugesagt. Die Sparkassenstiftungen Zukunft für die Stadt und den Landkreis Rosenheim förderten in 2018 Projekte mit einer Summe von über 500000 Euro.