Rosenheim/Uzwil(CH) – Nach dem Auftritt von Singer-Songwriter Emanuel Reiter beim letztjährigen Sommerfestival, kommt der gebürtige Rosenheimer, der in Pfaffing bei Wasserburg aufgewachsen ist, am 1. Mai wieder in seine Heimat. Der erste Stopp seiner Deutschlandtour ist im Le Pirate am Ludwigsplatz.
Mit seiner Musik will Reiter die Menschen bewegen, Emotionen in den Raum tragen und zum Nachdenken anregen. Daher schreibt er über das, was ihn in seinem Leben beschäftigt. „Damit mache ich mich natürlich ein Stück weit verletzlich, aber dadurch werden die Lieder authentisch und ich kann die Menschen tief berühren, nicht nur oberflächlich“, erzählt Reiter.
Er schreibt über bleibende Freundschaft, tiefe Liebe und große Dankbarkeit. Die Betroffenen seien meist verlegen, aber auch positiv überrascht, wenn sie erfahren, dass sie in seinen Liedern vorkommen, ist seine Erfahrung. Dafür versucht der Wahl-Schweizer mit offenen Augen durchs Leben zu gehen und seine Erlebnisse in Form von Liedern festzuhalten – „viele Situationen aus meiner Umgebung treffen auch auf andere Menschen zu“, ist er überzeugt. Der Singer-Songwriter selbst ist eher bescheiden, aber freilich trotzdem stolz auf seine Erfolge. Vor allem in seiner Wahlheimat, der Schweiz, wird er manchmal auf der Straße angesprochen, sagt er. Dann frage er die Menschen am liebsten, was sie gerade bewegt und in welchen Liedern sie sich wieder fänden oder welche ihnen am besten gefallen würden.
Der größte Erfolg für Reiter war Platz 38 in den Schweizer Charts und das ohne die Unterstützung eines Major-Labels. Zudem, dass sieben seiner Lieder in Deutschland, Österreich und der Schweiz im Radio gespielt werden, zum Beispiel „Aussergewöhnlich“. Doch wie ist Emanuel Reiter eigentlich zur Musik gekommen? „Meine Eltern waren eher weniger musikalisch“, sagt er rückblickend. Seine ersten Auftritte hatte er am Klavier in der Kirche. Mit 17 Jahren habe er angefangen, eigene Lieder zu schreiben, und spielt inzwischen außerdem noch Akustikgitarre, E-Gitarre „und ein bisschen Mundharmonika“. Auf der Bühne ist er vor allem mit seiner Gitarre zu sehen. In seiner Freizeit höre er gern deutschsprachige Musik und viele Singer-Songwriter, wie er selbst einer ist.
Nach mehreren Jahren als Projektleiter in Forschung und Entwicklung bei der Bühler AG in Uzwil, ist Emanuel Reiter nun seit etwa einem Jahr hauptberuflich Musiker und hat sich damit seinen Traum erfüllt – von der Musik leben zu können. Im Jahr 2018 war er viel unterwegs und hatte rund 80 Auftritte. Parallel studiert er Wirtschaftsingenieurwesen in Zürich und betreibt mit Freunden ein eigenes kleines Tonstudio, wo er für andere Bands und Künstler produziert. Auch sein eigenes Debütalbum „In guten und anderen Zeiten“ wurde dort aufgenommen.
Nach seiner Ausbildung zum Mechatroniker bei der Alpenland Maschinenbau GmbH in Rott, wurde Reiter für ein Jahr zu einem großen Kunden in der Schweiz „ausgeliehen“. Die Natur, das Land und die Leute dort gefielen ihm so gut, dass er inzwischen seit über 15 Jahren nahe St. Gallen lebt und arbeitet, erzählt Reiter seinen Werdegang.
Der 34-Jährige kommt vor allem wegen seiner Familie immer wieder nach Pfaffing, den Ort seiner Kindheit, zurück. Auch sein bester Freund aus der Kindheit wohne noch in der Gegend. Was bei keinem Besuch fehlen darf – ein ausgiebiges Brezenfrühstück. „In Oberbayern gibt es einfach die Besten“, schwärmt Reiter. Auch einen Besuch im Biergarten oder ein Stadtbummel durch Wasserburg genießt der Sänger sehr.
Momentan beschäftigt er sich mit dem Texten von neuen Liedern. Ein oder zwei davon spielt er vielleicht sogar schon am Mittwoch im Le Pirate.