Mühldorf/Altötting – Markus Putz, der im vergangenen Juli Dr. Stefan Bill als Vorstandschef ablöste, stellte für das Geschäftsjahr 2018 ein „äußerst zufriedenstellendes Ergebnis“ vor. Trotz des herausfordernden Umfelds aus Niedrigzins, Regulierungsdruck und digitale Transformation. So konnte die Bilanzsumme um 4,5 Prozent auf über 2,7 Milliarden Euro gesteigert werden (mehr Zahlen im Infokasten), vor allem aufgrund des gewachsenen Kreditgeschäfts mit Privat- und Firmenkunden.
Das Ergebnis des laufenden Geschäftsjahres könnte dagegen etwas anders ausfallen, stellte der Vorstandschef in Aussicht, sei doch dessen Entwicklung maßgeblich vom Zinsüberschuss geprägt. Für 2019 könne man daher mit einem Ergebnis rechnen, das unter dem von 2018 liege.
Größte Zuwächse im Privatkundenbereich
Für das zurückliegende Geschäftsjahr jedenfalls, fasste Putz zusammen, seien die Erwartungen aus dem Prognosebericht von 2017 sogar übertroffen worden. Den größten Wachstumseffekt beschert der seit 1853 in der Region verankerten Sparkasse das Privatkundengeschäft. So werden seit vergangenem Jahr nicht nur 1550 mehr Girokonten geführt, auch der Bestand an Kundenkrediten hat sich um sechs Prozent auf insgesamt 1,9 Milliarden Euro erhöht. Darin sind zwar auch Kredite an Firmenkunden enthalten, im Wesentlichen ist der Treiber hier aber im privaten Wohnungsbau zu sehen. In diesem Segment wurden 32 Prozent mehr Darlehenszusagen getroffen – für Putz eine erfreuliche Entwicklung, handele es sich hierbei doch um die „Kredite von morgen.“
Steigern konnte man sich auch in der Immobilienvermittlung, und zwar um 17 Prozent. Insgesamt 19 Objekte im Wert von 20Millionen Euro konnten 2018 über die Sparkasse an neue Eigentümer übergeben werden. Putz verschweigt aber nicht, dass es schwierig sei, Verkäufer im umkämpften Immobilienmarkt für sich zu gewinnen.
Damit geht es der Sparkasse Altötting-Mühldorf nicht anders als anderen Sparkassen oder den Wettbewerbern. Was sich die regionale Bank aber auf die Fahnen schreiben kann, ist ein Anstieg des Nettoabsatzes bei den Wertpapieranlagen in Höhe von 180 Prozent. Für Putz und den Vorstand ein gutes Zeichen, in Zeiten des Nullzinses Erspartes nicht nur auf dem Konto liegen zu lassen, sondern zum Beispiel in Form von Fondsparplänen für die Zukunft anzulegen. „Auch die Sicherung des günstigen Zinsniveaus durch Bausparverträge war ungemindert gefragt“, so Putz. Weitergehen soll es vor Ort auch mit dem eigenen Fachkräftenachwuchs – ein Thema, das die Sparkasse genauso beschäftigt wie die freie Wirtschaft. Die Bewerbungen zeigten aber, so der Vorstandsvorsitzende, dass es für viele Schulabgänger aus der Region ein erstrebenswertes Ziel sei, bei der Sparkasse vor Ort in die Lehre zu gehen: Das Onlineportal Trendence kürte die Bank mit dem ersten Platz in der Kategorie „attraktivster Arbeitgeber für Schüler 2018/2019“.
Fachkräfte sichern steht im Mittelpunkt
Derzeit absolvieren 28 junge Leute eine Ausbildung in den 27 Filialen der Sparkasse; im Herbst dieses Jahres kommen 15 neue Azubis dazu. Neben der klassischen Banklehre ermöglicht die Sparkasse auch ein Duales Studium.
Die Zahl der Mitarbeiter – aktuell 457 – ist gegenüber dem Jahr 2017 um 30 Beschäftigte gesunken. Das sei einer Entscheidung vor seiner Zeit geschuldet, erklärte Markus Putz. Er selbst habe nicht vor, die Zahl der Mitarbeiter weiter zu reduzieren. Vielmehr arbeite man daran, die Arbeitszeiten noch flexibler und familienfreundlicher zu gestalten. So ist das Bankhaus etwa Mitglied beim Familienpakt Bayern und im Unternehmensnetzwerk „Erfolgsfaktor Familie“. Woran man auch intensiv arbeite, sei der Ausbau des Angebots an digitalen Banking-Lösungen und daran, dem weiter bestehenden Wunsch der Kunden nach persönlicher Beratung gerecht zu werden. Daher soll es auch beim derzeitigen Netz aus 33 Standorten mit 27 „bemannten“ Filialen bleiben.