Düsseldorf/Rosenheim/Traunstein – Der Einzelhandelskonzern Metro hat einen Favoriten für die geplante Übernahme der Supermarktkette Real, die auch in Rosenheim und Traunstein langjährige Standorte unterhält (wir berichteten): Der Konzern verhandelt exklusiv mit dem Konsortium um den Hamburger Immobilienentwickler Redos. Metro will vorerst mit 24,9 Prozent beteiligt bleiben.
Kaufland ist jetzt
aus dem Spiel
Bis zum Juli will man zu einem Vertragsabschluss kommen, teilte Metro gestern mit. Die Wettbewerbsbehörden müssten dem Verkauf dann noch zustimmen.
Diesen plant Metro seit September 2018. Zunächst hieß es, rund 100 Real-Märkte könnten in das Filialnetz des Konkurrenten Kaufland eingegliedert werden – unklar blieb, ob auch die Märkte im südostoberbayerischen Raum davon betroffen sein könnten. Nun sieht das neue Konzept einen Komplettverkauf an Redos vor. Der Unternehmenswert wird mit rund einer Milliarde Euro angegeben, dazu kommen etwa 500 Millionen Euro Eigenkapital.
„Mit dem von Redos geführten Konsortium haben wir einen starken und erfahrenen Partner gefunden, der aus unserer Sicht das überzeugendste Konzept für die Neuausrichtung von Real vorgelegt hat. Als Minderheitsgesellschafter sind wir bereit, den weiteren Weg verantwortungsvoll für einen definierten Zeitraum zu begleiten. Damit vollziehen wir die vollständige Fokussierung auf den Großhandel“, erklärte Metro-Vorstandsvorsitzender Olaf Koch. Redos selbst ist seit vielen Jahren Vermieter von 214 Real-Standorten in ganz Deutschland.
Von insgesamt 279 Filialen gehören Real nur 65 selbst. Rund 34000 Beschäftigte arbeiten für die Supermarktkette. Metro hatte mit Real zuletzt große Probleme: Regelmäßig hatte Real Verluste melden müssen. Es wurde weniger in die Standorte investiert. So wartet auch der Real-Markt in Rosenheim seit Jahren auf die dringende Erneuerung des Parkdecks (wir berichteten).
Markt in Rosenheim wartet auf Investition
Ein Sprecher hatte gegenüber unserer Zeitung im November 2018 dafür Kosten von rund 100000 Euro genannt. Auf die erneute Anfrage zum Stand der Dinge hieß es diese Woche aus Düsseldorf: „Eine Sanierung der Parkfläche ist auch weiterhin vorgesehen, die Planungen sind diesbezüglich aber noch nicht abgeschlossen.“
Sanierung ist auch das Stichwort für den potenziellen Investor Redos: Er gilt als erfahren in der Restrukturierung im Einzelhandel. Geschäftsführer Oliver Herrmann sprach bereits davon, das Real-Filialnetz neu ausrichten zu wollen, von „umfangreichen Investitionen“, aber auch von „Standortabgaben“, ohne konkreter zu werden.
Schon in der Vergangenheit waren Gerüchte aufgekommen, 100 Real-Märkten drohte im Zuge des Verkaufs das Aus. Bereits 2015 hatten die Metro-Manager Real einen straffen Sparkurs auferlegt und waren aus dem bisherigen Tarif ausgestiegen. Auch in Rosenheim gingen damals die Mitarbeiter auf die Straße, um für gerechtere Löhne zu demonstrieren. Den Rosenheimer Markt im Ortsteil Aising betreibt Real seit dem Jahr 2007. Derzeit arbeiten dort 105 Mitarbeiter.
Unklar ist nach wie vor, wie viele Standorte von Real geschlossen werden – und welche. Man werde sich zum jetzigen Zeitpunkt nicht zu Details wie einzelnen Standorten äußern, teilte eine Metro-Sprecherin gestern den OVB-Heimatzeitungen mit. Sen