Weniger Investitionen und neue Stellen

von Redaktion

Die wirtschaftliche Lage in Rosenheim hat sich wieder eingetrübt. Laut aktuellem Wirtschaftsbarometer schlägt sich das auch auf die Personal- und Investitionspläne nieder.

Rosenheim – Weniger geplante Einstellungen, weniger Investitionen: So könnte man die derzeitige Lageeinschätzung der Rosenheimer Unternehmen beschreiben. Dieses Bild spiegeln die aktuellen Ergebnisse des Wirtschaftsbarometers Rosenheim wider, für das die Fakultät für Betriebswirtschaft der Technischen Hochschule unter Leitung von Professor Dr. Bernd Gussmann 50 Betriebe aus Stadt und Landkreis befragt hat. Die Erhebung fand im März statt.

Insgesamt lässt sich ein Rückgang der Einschätzungen sowohl für die aktuelle Geschäftslage als auch in Bezug auf die Geschäftserwartungen für die nächsten zwölf Monate beobachten.

Der Saldo aus positiven und negativen Beurteilungen der Geschäftslage lag in der aktuellen Umfrage bei +18,8. Im Vormonat erreichte er noch sehr positive +36,1 und vor Jahresfrist gar +45,1. Die vergleichbaren Werte des ifo Institutes für Deutschland sind mit +27,7 zum Vormonat nahezu unverändert, aber deutlich besser als in Rosenheim. Tendenziell weisen aber beide einen rückläufigen Trend seit April beziehungsweise Mai 2018 auf.

Ebenfalls spürbar schlechter wird die Geschäftsentwicklung für die nächsten zwölf Monate eingeschätzt. Dieser Saldo erreichte in Rosenheim nur leicht positive +8,2, er hat sich zum Vormonat mehr als halbiert. Der vergleichbare Wert für Deutschland ist mit – 5,7 sogar negativ.

Teils Abbau des Personals geplant

Das ungünstigere Wirtschaftsklima schlägt sich auch auf die Planungen der teilnehmenden Unternehmen in Bezug auf die Mitarbeiteranzahl und Investitionshöhe nieder.

Nur noch 21 Prozent planen eine Erhöhung der Mitarbeiteranzahl, im Vorquartal waren dies noch 28 Prozent und im Vorjahresmonat 30 Prozent. Mit nur acht Prozent beabsichtigen jedoch unverändert viele Teilnehmer einen Personalabbau.

Betrachtet man die Wirtschaftszweige im Einzelnen, ergibt sich ein differenzierteres Bild: Im Dienstleistungssektor planen 38 Prozent der Rosenheimer Unternehmer eine Ausweitung des Personalbestandes. Im Einzelhandel und verarbeitenden Gewerbe halten sich mit neun beziehungsweise sieben Prozent die Unternehmen, die abbauen wollen, in Waage mit denjenigen, die reduzieren möchten.

Einzelhandel ist geteilter Meinung

Etwas günstiger, wenn auch ebenfalls schwächer, ist die Situation bei den Investitionen. 27 Prozent der teilnehmenden Unternehmen gaben an, die Investitionen in den kommenden zwölf Monaten ausweiten zu wollen. Zehn Prozent haben vor, diese zu kürzen. Auch hier unterscheiden sich die Branchen: Während im Dienstleistungssektor jedes dritte Unternehmen mehr Geld in Gebäude und Anlagen stecken will, ist es im verarbeitenden Gewerbe nur jedes fünfte. Im Einzelhandel dagegen herrscht Uneinigkeit: 27 Prozent planen mehr zu investieren, aber auch gleich viele wollen Investitionen einsparen.

Artikel 6 von 8