Rosenheim – „Die VR Bank Rosenheim-Chiemsee ist der FC Bayern unter den Volks- und Raiffeisenbanken, aber bei ihr läuft es konstanter als bei den Roten in München.“ Dr. Jürgen Gros, Präsident des Genossenschaftsverbands Bayern, spielte auf der Vertreterversammlung der Volksbank Raiffeisenbank Rosenheim-Chiemsee eG auf die anhaltend positive Bilanz des Geldinstituts an.
Wie berichtet, überstieg die Bilanzsumme 2018 erstmals fünf Milliarden Euro, das mit Partnern betreute Volumen an Krediten und Vermögen der Kunden überschritt die zehn Milliarden-Euro-Grenze. Kundenkredite stiegen um 6,8 Prozent auf über 3,8 Milliarden Euro an.
Unternehmerinnen neu im Aufsichtsrat
Deutlich wurde auf der Versammlung im Rosenheimer Kuko, der 277 Vertreter der Genossenschaftsmitglieder beiwohnten: Dem großen Zuspruch zum genossenschaftlichen Bankenmodell muss die Nummer eins unter ihresgleichen in Bayern auch nach innen gerecht werden. Zum Beispiel, indem sich der Aufsichtsrat verjüngt und insgesamt weiblicher wird. Alle vier Jahre wählen die Vertreter ein neues Gremium, zwölf Anteilseigner-Vertreter sowie sechs Arbeitnehmer der Bank. Nachdem nun vier Aufsichtsräte aus Altersgründen ausschieden, war der Weg frei für die Unternehmerinnen Sabine Komar-Häusler aus Rosenheim und Maria Schechtl aus Edling sowie die Miesbacher Rechtsanwältin Doris Mayerhöfer. Zusammen mit dem Brunnthaler Landwirt Albertus Hauser sind sie die neuen Gesichter im Aufsichtsrat; alle anderen Aufsichtsräte wurden einstimmig wiedergewählt. Immerhin vier von zwölf Anteilseigner-Vertretern sind nun Frauen; auf Arbeitnehmerseite sind es mit Sabine Weidinger, Leiterin der Personalverwaltung, und Dr. Ursula Zobelt, Firmenkunden-Assistentin, zwei Aufsichtsrätinnen.
Insgesamt hat die Bank, so ihr Vorstandsvorsitzender Hubert Kamml, das 2015 gesteckte Ziel erreicht, dass die Gruppe der Mitgliedervertreter sich altersmäßig verjüngt. Waren damals beispielsweise die 18- bis 30-Jährigen mit zwei Vertretern besonders und die 31- bis 40-Jährigen mit 33 Personen noch stark unterrepräsentiert, wuchs ihre Zahl bis 2019 deutlich auf 59 beziehungsweise 152 Vertreter. Die größte Gruppe bilden weiterhin die 41- bis 50-Jährigen (223), die 51- bis 60-Jährigen (226), gefolgt von den 61- bis 70-Jährigen (128). Die Zahl der Frauen unter ihnen wuchs zwischen 2015 und 2019 von 138 auf 298.
Weshalb die Rolle der Vertreter so wichtig ist, verdeutlichte Hubert Kamml: „Sie begleiten die Geschicke und die Zukunft der größten Volksbank Raiffeisenbank in Bayern aktiv mit.“
Allein 2018 seien 3000 neue Mitglieder zur Genossenschaftsbank hinzugekommen. Diese stellt sich den Herausforderungen dieser Zeit, seien es Folgen globaler Wirtschaftspolitik wie der Handelsstreit zwischen China und den USA oder der Brexit, oder Herausforderungen auf Kundenseite, wie der Wunsch nach digitalen Lösungen bei gleichzeitiger persönlicher Erreichbarkeit. Knapp ein Viertel der Bankkunden, so Kamml, erledigt Bankgeschäfte nur digital, 28 Prozent bevorzugten die Filiale, knapp 36 Prozent jedoch seien bereits „Hybrid-Kunden“, die beides wollten.
Mirko Gruber, stellvertretender Vorstandssprecher, betonte, dass die Bank nicht nur Kundeninteressen berücksichtige – gleichwohl diese dem Institut zum siebten Mal in Folge zu Platz eins beim Rosenheimer Kundenspiegel verhalfen. Man sei mit 1000 Beschäftigten und 66 Azubis einer der größten regionalen Arbeitgeber, habe 2018 mehr als eine halbe Million Euro in deren Aus- und Fortbildung investiert. „Wir haben mit neun Millionen Euro Gewerbesteuer, 40 Millionen Euro an Gehältern und Investitionen in Höhe von 14 Millionen Euro einen wesentlichen Beitrag zur regionalen Wertschöpfung geleistet.“
Keine Haftsumme
mehr für Mitglieder
Diese Zahlen, besonders aber die hohe Wertschätzung der Genossenschaftsbanken allgemein in der Öffentlichkeit, hob Professor Dr. Josef Stadler, Vorsitzender des Aufsichtsrats, hervor. Vor dem Hintergrund der positiven Berichte stimmten die Vertreter der Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat zu. Sie genehmigten den Jahresabschluss und beschlossen eine Dividende von 1,75 Prozent im Rahmen der Gewinnverwendung.
Einstimmig beschlossen wurde eine Satzungsänderung: Nachhaltig erfolgreiches Wirtschaften und die gute Eigenkapitalausstattung machen es der VR Bank Rosenheim-Chiemsee eG möglich, auf eine Haftsumme beziehungsweise die Nachschusspflicht der Mitglieder zu verzichten.