Besseres Licht für Köche

von Redaktion

Selbst in der modernsten Gastronomie ist die Küche ein Ort, an dem zwar gesund gekocht, aber selten unter gesunden Bedingungen gearbeitet wird. Halton Foodservice aus Reit im Winkl hat sich auf Lösungen spezialisiert, die das Leben von Küchenpersonal erleichtert.

Reit im Winkl – „Die Arbeit von Küchenpersonal ist mitunter sehr anstrengend, unter anderem wegen schlechter Luftqualität durch ungenügende Lüftungssysteme, hohe Temperaturen durch die Kochgeräte, schlechte Beleuchtung, strenge Hygieneauflagen und ständigen Personalwechsel“, weiß Heinz Ritzer, Geschäftsführer von Halton Foodservice aus Reit im Winkl. Vor allem grell blendendes Licht störe das Küchenpersonal oft am Arbeitsplatz – es werde als hart und zugleich ermüdend empfunden.

Drei Jahre für 500000 Euro geforscht

Eigentlich Spezialist für Küchenlüftungsdecken für gewerbliche Großküchen, hat sich das Unternehmen daran gemacht, selbst zum Thema Licht zu forschen und hat anhand von Erfahrungsberichten aus der Praxis das „Halton Culinary Light“, kurz HCL, entwickelt. Drei Jahre lang tüftelte der junge Chef-Entwickler Manuel Kirchner mit seinen zwei Teammitgliedern an neuen Lichtmöglichkeiten. Eine halbe Million Euro war dies seinem Arbeitgeber, dessen Mutterfirma in Finnland sitzt, wert. Als Partner suchte sich das Entwickler-Team ein Lichtlabor aus Tirol und wählten das Rosenheimer Romed-Klinikum als Ort für ihre Studien aus. Bei einer ersten Bestandsaufnahme wurde dort das Licht vermessen, etwa die Beleuchtungsstärke am Arbeitsplatz, die Helligkeit der Oberflächen sowie die Lichtverteilung. Erstmals stand dabei der Mensch im Mittelpunkt, neben verschiedenen Normen, die zu erfüllen waren. „Das Licht musste in unsere Küchenlüftungsdecken passen“, erläuterte Kirchner eine Herausforderung des Projekts, „und zudem gut zu reinigen sein.“ Zunutze machte man sich das Wissen, dass Licht positive wie auch negative Einflüsse auf Gesundheit und Wohlbefinden haben kann. Heute werden in Reit im Winkl an die 20 000 Einzelleuchten aus speziellen LED-Modulen pro Jahr in die Küchenlüftungssysteme für die Gastronomie eingebaut. Das neue HCL-Licht basiert auf sogenannten Reflektorleuchten – also hochreflektierende Reflektoren, die die Lichtstrahlen genau dorthin lenken können, wo Licht gebraucht wird – vor allem auf die Arbeitsoberflächen. Bisherige Leuchtstoff- und LED-Röhren, wie auch Glühbirnen, strahlen dagegen das Licht in alle Richtungen ab, „was nicht sehr effizient ist“, beschreibt Kirchner. Zudem wirkt der HCL-Reflektor als Blendschutz. Möglich sei nun auch eine natürliche Farbwiedergabe von Lebensmitteln und zubereiteten Speisen. Das Licht hat eine Lebensdauer von etwa 50 000 Stunden. „Das sind, je nach Betrieb, zehn bis 20 Jahre“, erklärt Kirchner.

Für Halton-Geschäftsführer Heinz Ritzer hat sich die Entwicklungsarbeit gelohnt. „80 Prozent unserer Kunden wollen das HCL-Licht, obwohl die Investitionskosten höher sind.“ Dafür sei die neue Beleuchtung um etwa 60 Prozent energieeffizienter als konventionelle Leuchten. So verringerte sich bei einem aktuellen Projekt der Stromverbrauch von jährlich etwa 30500 Kilowattstunden auf gut 13000 kWh – eine Ersparnis von rund 5000 Euro Betriebskosten sowie 8500 Kilo CO2-Ausstoß pro Jahr.

Licht soll sich im

Tagesverlauf ändern

Für Kirchner und sein Team gehen Arbeit und Forschung aber weiter: Inzwischen werden in Reit im Winkl eigene Steuerungen für das HCL entwickelt. Es soll sich automatisch an den Verlauf des Tageslichts anpassen können. Weitere Zukunftsprojekte sind die Bereiche Hygiene und Akustik, die in Großküchen eine wichtige Rolle spielen.

Halton Foodservice ist innerhalb der Halton-Gruppe eine von über 50 Niederlassungen mit weltweit 1600 Mitarbeitern, davon 150 in Reit im Winkl. Von hier aus werden jährlich rund 400 Küchenlüftungsdecken in einer Größe von 40 bis 1000 Quadratmeter ausgeliefert. Die finnische Mutterfirma ist weltweit führender Hersteller von gewerblichen Küchenlüftungssystemen an Land und im maritimen Bereich. So wurde im höchsten Gebäude der Welt, dem Burj Khalifa in Dubai, das Armani Hotel mit Lösungen ausgestattet. Im Marine- Sektor zählen Ölplattformen und Kreuzfahrtschiffe, wie AIDA und Queen Mary 2 zu den Kunden.

Artikel 8 von 10