Traunreut – Die Idee eines neuen Bildungscampus in Traunstein kommt bei den Unternehmern im Kreis Traunstein und im Chiemgau gut an (wir berichteten). Das zeigte sich bei der jüngsten Sitzung des IHK-Regionalausschusses beim Traunreuter Familienunternehmen Zunhammer, bei der sich die Teilnehmer ausführlich mit dem Projekt Campus Chiemgau beschäftigt haben.
Traunsteins Landrat Siegfried Walch stellte den Unternehmensvertretern sein Konzept für einen neuen Bildungs-Standort vor. Die Voraussetzungen dafür seien dank der mittelständisch geprägten Wirtschaftsstruktur gut. Am Traunsteiner Bahnhof soll ein eigener Campus in Zusammenarbeit mit der TH Rosenheim sowie den Akademien der IHK und der Handwerkskammer entstehen. Geplant sind zudem unter anderem ein Wohnheim für Berufsschüler und Studierende sowie ein Parkhaus. Auch Frank Hämmerlein, Leiter der Traunsteiner IHK-Akademie, sieht das Projekt positiv: „Der ganze Chiemgau gewinnt mit einem solchen Campus als Wirtschafts-standort an Attraktivität. Wenn wir alle Player der beruflichen Aus- und Weiterbildung an einem Ort bündeln, verbessern wir zudem die regionale Wettbewerbsfähigkeit.“ Seit dem Start im Jahr 2015 habe die IHK Akademie in Traunstein die Anzahl der Teilnehmer von anfangs 350 mehr als verdoppeln können. Laut TH-Präsident Professor Heinrich Köster könnten bereits ab 2022 erste Vollzeit-Studiengänge in Traunstein stattfinden. Geplant ist eine ingenieur-technische Ausrichtung. Das Ziel seien eines Tages insgesamt 10000 Studenten an den Standorten inklusive Chiemgau. Nikolaus Binder, Traunsteins IHK-Ausschussvorsitzender, sieht im Campus vor allem das Fachkräfte-Potenzial: „Er kann ein wichtiges Instrument werden, um gut qualifizierte, junge Leute in der Region zu halten. Gleichzeitig können wir neue Fachkräfte zu uns zu holen. Die Chance ist groß, dass Personen, die einmal hier studiert oder sich fortgebildet haben, Traunstein auch als ihren Lebensmittelpunkt wählen“, zeigte sich Binder überzeugt.