Gläubiger stimmen zu: Schmid-Gruppe übernimmt K&L

von Redaktion

Kauf im Rahmen eines Insolvenzplans – Restrukturierer Gerloff: „Ergebnis ist alles andere als selbstverständlich“

Weilheim/Mühldorf – Aufatmen in Weilheim und bei allen verbliebenen K&L-Filialen in der Region Südost, darunter Mühldorf, Neuötting und Freilassing, wohin auch einige Mitarbeiter der geschlossenen Rosenheimer Filiale wechselten: Am Mittwoch stimmten die Gläubiger dem Insolvenzplan des Weilheimer Modehauses K&L und damit der Übernahme durch die Augsburger Schmid-Gruppe zu.

Eine Perspektive

für 1000 Mitarbeiter

Der Deal hatte sich kurz zuvor angedeutet (wir berichteten), gilt jetzt aber als gesichert. Voraussichtlich zum 1. September wird die Übernahme rechtskräftig. K&L schließt damit den eingeleiteten Investorenprozess ab. Dr. Christian Gerloff von der Münchener Kanzlei Gerloff-Liebler, verstärkt derzeit noch die K&L-Geschäftsführung im Rahmen der Insolvenz in Eigenverwaltung und war in der Region unter anderem an der Rettung der Haager Schletter-Gruppe beteiligt. Gerloff zeigte sich erleichtert: „Wir haben für K&L eine Lösung gefunden, die den mehr als 1000 Beschäftigten mit Schuh-Schmid eine gute Perspektive bietet. Angesichts der schwierigen Situation im deutschen Textileinzelhandel, der unter Warenüberangebot, Margendruck und nachlassender Konjunktur leidet, war dieses Ergebnis alles andere als selbstverständlich und letztlich auch nur durch eine Reihe von Zugeständnissen der Vermieter, so auch der Familie Ruppert, möglich.“ Man rechnet damit, dass zum September das Eigenverwaltungsverfahren für K&L aufgehoben werde, das Unternehmen gelte dann als saniert. Trotz schwieriger Marktbedingungen konnte sich K&L positiv im ersten Halbjahr vom Markt absetzen, teilt die Zentrale mit. Verrechnet um die Umsätze der in der Zwischenzeit geschlossenen Filialen, habe man den Umsatz von Januar bis Juni um fünf Prozent gesteigert, so K&L-Geschäftsführer Jens Bächle.

Rolle der regionalen Standorte ungeklärt

Man sei zuversichtlich, dass die 2017 eingeleitete Neuausrichtung sowie zusätzliche Maßnahmen im Rahmen der Insolvenz wirkten. Die Schmid-Gruppe, die im Kreis Rosenheim bei Bruckmühl eine große Filiale betreibt und dort neben Schuhen auch Bekleidung und Accessoires verkauft, soll K&L einen größeren finanziellen Spielraum für die Weiterentwicklung der Geschäfte ermöglichen, heißt es. Ferner ist an „strategisch günstigen Standorten“ eine weitere Expansion geplant. Ob dazu die Standorte Mühldorf-Nord, Neuötting und Freilassing gehören, konnte man bei K&L unserer Zeitung nicht beantworten.sen

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