Arbeitslosigkeit bleibt weiter niedrig

von Redaktion

Unternehmen suchen quer durch viele Branchen dringend nach Fachkräften

Rosenheim/Mühldorf/Traunstein – Stabil auf niedrigem Niveau präsentieren sich zum Ferienauftakt die Arbeitslosenquoten in der Region. Spitzenreiter in Sachen Beschäftigung ist der Landkreis Rosenheim mit einer Quote von 2,0 Prozent. Knapp dahinter folgen der Landkreis Traunstein mit 2,2 Prozent und der Kreis Mühldorf mit 2,9 Prozent. In der Stadt Rosenheim liegt die Quote bei 3,6 Prozent.

Leichter Anstieg
zum Ferienbeginn

Gegen den Trend gab es in Rosenheim allerdings einen leichten Anstieg der Arbeitslosenzahl von Juni auf Juli – ein saisonaler Effekt, wie Dr. Nicole Cujai, die Leiterin der Agentur für Arbeit Rosenheim, erklärt: „Seit Jahren beobachten wir das gleiche Phänomen: Viele junge Menschen haben im Juli ihre Ausbildung erfolgreich abgeschlossen, und trotz des enormen Fachkräftebedarfs der Wirtschaft werden nicht alle im Anschluss von ihrem Ausbildungsbetrieb in ein festes Arbeitsverhältnis übernommen.“ Dementsprechend ist bei der Personengruppe der unter 25-Jährigen die Arbeitslosenzahl im vergangenen Monat um 140 auf 730 Betroffene angestiegen – ein Plus von 22,7 Prozent. Cujai rechnet allerdings damit, dass der Anstieg der Jugendarbeitslosigkeit nur von vorübergehender Natur sein wird, denn Fachkräfte sind bei den Unternehmen in der Region gesucht.

Quer durch

die Branchen

Die Nachfrage nach Arbeitskräften zieht sich quer durch die verschiedenen Branchen. So stehen den von Unternehmen gemeldeten Stellen teils deutlich weniger Arbeitssuchende gegenüber. In den Berufsgruppen Kunststoff- und Holzherstellung und -verarbeitung sind es beispielsweise 200 gemeldete Arbeitsstellen und 120 Arbeitslose, in Metallerzeugung, -bearbeitung, Metallbau 210 Stellen und 150 Arbeitslose, in Maschinen- und Fahrzeugtechnikberufen 350 Stellen und 200 Arbeitslose, bei Mechatronik-, Energie- und Elektroberufen 290 Stellen und 130 Arbeitslose sowie bei Hoch-, Tief- und Ausbauberufen 300 Stellen und 140 Arbeitslose, in Informatik und andere IKT-Berufen 200 Stellen und 110 Arbeitslose und in medizinischen Gesundheitsberufen 430 Stellen und 220 Arbeitslose.

Für die Stadt Rosenheim errechnet sich eine Arbeitslosenquote von 3,6 Prozent (Vormonat: 3,6; Juli 2018: 3,9 Prozent). Derzeit sind 1290 Bürger ohne Arbeit. Bei den SGBIII-Kunden, die durch die Agentur für Arbeit in Rosenheim betreut werden, erhöhte sich die Arbeitslosenzahl um 37 auf 645. Für 645 arbeitslose SGB II-Kunden, 24 weniger als im Juni, ist das Jobcenter Rosenheim Stadt zuständig.

Im Landkreis Rosenheim liegt die Arbeitslosenquote bei 2,0 Prozent (Vormonat: 2,0; Juli 2018: 2,1 Prozent). Die Zahl der Arbeitslosen insgesamt für den Landkreis beträgt 2931. Hier sind 1875 Männer und Frauen bei der Hauptagentur in Rosenheim arbeitslos gemeldet, 93 mehr als im Vormonat. Beim Jobcenter Landkreis Rosenheim sind 1056 arbeitslose SGB II-Kunden registriert, 46 weniger als im Juni.

Die Arbeitslosenquote im Landkreis Traunstein betrug im Juli 2,2 Prozent. Das ist derselbe Wert wie im Juni und ein Rückgang um 0,1 Prozentpunkte im Vorjahresvergleich. 2158 Menschen sind arbeitslos gemeldet – 34 Menschen weniger als im Juni. Auch hier hat die Jugendarbeitslosigkeit zugenommen – aus den gleichen Gründen wie im Bereich Rosenheim. Unter den 2158 Arbeitssuchenden sind 244 jünger als 25 Jahre, darunter 63 Jugendliche unter 20 Jahren. Im Juni waren es noch 214 unter 25 Jahren, darunter 47 unter 20 Jahren. „Darunter sind auch Ausbildungssuchende“, erklärt Jutta Müller, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Traunstein.

Ihnen stehen allerdings etliche offene Ausbildungsstellen gegenüber. Im Bereich Traunstein sind aktuell 454 Plätze unbesetzt. „Es ist jetzt höchste Zeit für die 149 unversorgten Bewerberinnen und Bewerber, einen Ausbildungsvertrag in der Tasche zu haben“, appelliert Müller deshalb.

Insgesamt konnten im Juli 654 Menschen ihre Arbeitslosigkeit beenden, darunter 423 Kunden der Agentur (SGB III) und 231 Kunden des Jobcenters (SGB II). Dem stehen 614 Zugänge gegenüber.

1193 Stellenangebote sind aktuell im Bereich Traunstein registriert. Die Berufsbereiche mit den meisten Angeboten sind das verarbeitende Gewerbe mit 152 offenen Stellen, Handel und Kfz-Branche mit 145 Stellen, das Gastgewerbe mit 144 und das Gesundheits- und Sozialwesen bietet 125 Chancen.

Die Arbeitslosenquote im Landkreis Mühldorf betrug im Juli 2,9 Prozent, das sind 1866 Menschen. Im Vormonat waren es 7,8 Prozent oder 135 Menschen weniger. Im Vorjahresvergleich, als die Quote ebenfalls bei 2,9 lag, waren 22 Menschen weniger von Arbeitslosigkeit betroffen.

Tipps für Jugendliche ohne Ausbildungsstelle

Gemeldet sind im Bereich Mühldorf 241 Jugendliche unter 25 Jahren, darunter 52 unter 20 Jahren. „250 Ausbildungsplätze sind im Landkreis Mühldorf noch frei“, erklärt Müller. „Wer die nächsten vier Wochen klug nutzt mit Beratung, Eignungstest und Praktika, kann seinen Ausbildungsvertrag noch unter Dach und Fach bringen“, ermutigt Müller. Von den im Berichtsjahr gemeldeten 677 Bewerberinnen und Bewerbern sind noch 175 unversorgt.

589 Menschen meldeten sich erstmals oder erneut arbeitslos, das sind 57 mehr als im Juni. Insgesamt konnten 446 Menschen ihre Arbeitslosigkeit beenden.

930 Stellenangebote für Mühldorf sind im aktuellen Bestand der Arbeitsagentur, das sind eines weniger als im Juni. Die größten Berufsbereiche im Bestand sind Rohstoffgewinnung, Produktion und Fertigung mit 339 Angeboten, Gesundheits- und Sozialberufe mit 192 und Verkehr, Logistik, Schutz und Sicherheit mit 119 freien Stellen.

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