Bau: Tiroler Hand digitalisiert regionale Projekte

von Redaktion

Riederbau aus Schwoich verantwortet Hotel in Kiefersfelden – Virtuelle Planungsmethode setzt sich langsam durch

Schwoich/Kiefersfelden – Das mittelständische Tiroler Unternehmen Riederbau hat sich auch hierzulande einen Namen gemacht. Derzeit etwa mit dem Bau des siebengeschossigen Best-Western-Hotels auf dem 40000 Quadratmeter großen Gelände des neu entstehenden „Kaiserreichs“ in Kiefersfelden. Auftragsvolumen: Rund 1,3 Millionen Euro. Zudem hat das Team als Generalunternehmer für knapp eine Million Euro das Gebäude von Radl Meier in Bad Aibling errichtet.

Riederbau mit Sitz in Schwoich bei Kufstein gilt in der Baubranche als besonders innovativ und setzt stark auf Digitalisierung. Relativ früh, im Jahr 2011, hat das Unternehmen begonnen, die Planungsmethode Building Information Modeling (BIM) zu nutzen. Diese war damals noch kaum in der Branche verbreitet.

BIM ermöglicht die vernetzte Planung, Ausführung und Bewirtschaftung von Gebäuden und anderen Bauwerken mithilfe von Software. Dabei werden relevante Bauwerksdaten digital modelliert, kombiniert und erfasst. Unter anderem lassen sich Objekte virtuell mehrdimensional darstellen und erleichtern so etwa die Zusammenarbeit unter den Gewerken.

Gebäude vor dem

Bau virtuell begehen

Riederbau setzt überdies auf Computer-Aided Facility Management (CAFM) und Gebäudebesichtigungen mit Virtual Reality-Brillen. So wurde am Standort in Schwoich ein hochmodernes 3D-Kino eröffnet, in dem sich Gebäude virtuell begehen lassen, bevor sie gebaut sind. Diesbezüglich befindet sich die hiesige Baubranche noch in der Anfangsphase, beschreibt es Robert Daxeder, Obermeister der Rosenheimer Bauinnung. BIM sei eine Methode, mit der übergeordnet die Bauplaner arbeiteten – oder Generalunternehmer wie Riederbau. Er ist überzeugt: „Die neue Methode bietet viele Vorteile.“

Denn in der Praxis, so Daxeder, würden die am Bau Beteiligten oft mit unterschiedlichen Planungsgrundlagen arbeiten. „Das erhöht die Fehleranfälligkeit.“ BIM und die dadurch ermöglichte Vernetzung biete dagegen eine Grundlage für alle Dienstleister und Gewerke, sorge für Synergieeffekte und minimiere Fehlerquellen.

Innungs-Obermeister Daxeder ist sich jedoch sicher, dass es noch einige Zeit dauern wird, bis sich die Methode in der Praxis auf breiter Basis durchgesetzt hat. sen

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