1500 Azubis starten in Rosenheim und Mühldorf ins Berufsleben

von Redaktion

Zahlreiche Lehrstellen noch frei – Nachträglicher Ausbildungsstart in vielen Betrieben auch denkbar

Rosenheim/Mühldorf – Anfang September traten in der ganzen Region Rosenheim insgesamt 1019 Jugendliche und junge Erwachsene ihre Ausbildung in IHK-Berufen an, teilt die IHK für München und Oberbayern mit. Nach der vorläufigen Statistik zum Beginn des Ausbildungsjahres ist die Zahl der Ausbildungsverträge in Stadt und Landkreis gestiegen: im Landkreis um 4,3 Prozent auf 706 Stellen und in der Stadt um 0,6 Prozent auf 313.

„Das ist ein starkes Signal für unsere Unternehmen. Denn das Interesse der Betriebe, selbst auszubilden, ist angesichts der fehlenden Fachkräfte weiterhin ungebrochen“, sagt Andreas Bensegger, Vorsitzender des IHK-Regionalausschusses Rosenheim. Die Wirtschaft hatte wie in ganz Oberbayern auch heuer Mühe, zum Beginn des Ausbildungsjahres alle Plätze zu besetzen. Über ein Drittel der oberbayerischen Ausbildungsbetriebe klagten in einer aktuellen IHK-Umfrage darüber, dass sie nicht alle Ausbildungsplätze besetzen konnten, weil zumeist keine oder keine geeigneten Bewerbungen vorlagen.

Auch in der Region sind aktuell noch 686 Lehrstellen frei, 505 im Landkreis und 181 in der Stadt, wie aus der Statistik der Arbeitsagentur hervorgeht, die auch Lehrstellen im Handwerk und in den freien Berufen berücksichtigt.

686 Lehrstellen

sind noch frei

Demnach bleiben bislang knapp 30 Prozent der seit Jahresbeginn gemeldeten Ausbildungsplätze unbesetzt. Die Zahl der verfügbaren Lehrstellen beträgt insgesamt 2221 Stellen, in der Stadt ist die Zahl um fast neun Prozent gesunken, im Landkreis hingegen um acht Prozent gestiegen. Bensegger ermutigt deswegen bislang erfolglose Bewerber, auch weiter ihre Chance zu suchen. „Wenn das Interesse für die Arbeit da ist und die Qualifikation passt, stellen viele Unternehmen auch zwischen September und Dezember noch Azubis ein. In praktisch allen Branchen wird noch gesucht, die jungen Leute können für ihre berufliche Bildung aus dem Vollen schöpfen“, sagt der Rosenheimer Unternehmer.

Auch 54 Geflüchtete gehören in der Region zu den neuen Auszubildenden in Industrie, Handel und Dienstleistungen. Damit verzeichnet die IHK 137 Azubis aus fluchtwahrscheinlichen Herkunftsländern. „Die Integration kommt voran, auch wenn Sprachprobleme und stellenweise rechtliche Hürden nach wie vor große Stolpersteine sein können. Immer mehr Betriebe sehen in den Flüchtlingen zukünftiges Fachkräftepotenzial“, sagt Bensegger. Laut einer IHK-Umfrage geben mittlerweile fast die Hälfte der befragten Betriebe an, dass Flüchtlinge für eine Ausbildung im Unternehmen geeignet seien – vor einem Jahr sagte das erst ein knappes Drittel.

Insgesamt gibt es im Landkreis aktuell 520 und in der Stadt 248 IHK-zugehörige Ausbildungsbetriebe. Sie stehen für knapp 60 Prozent aller Ausbildungsverhältnisse. Freie Lehrstellen mit sofortigem Ausbildungsbeginn sind noch unter www.ihk-lehrstellenboerse.de zu finden.

520 Stellen im Landkreis Mühldorf

Die Top Fünf der IHK-Ausbildungsberufe mit den meisten Neuverträgen in Stadt und Landkreis Rosenheim sind: Kaufmann im Einzelhandel, Industriekaufmann, Bankkaufmann, Verkäufer, Kaufmann für Büromanagement. Im Landkreis Mühldorf wiederum begannen 396 Jugendliche in IHK-Berufen. Das ist der höchste Wert der vergangenen neun Jahre und ein Plus von 0,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr. „Ich bin sehr froh, dass diese Botschaft nun wieder stärker in den Köpfen der Schüler verankert ist. Den Jugendlichen und ihren Betrieben wünsche ich in jedem Fall viel Erfolg auf dem Weg bis zur Abschlussprüfung“, erklärt Ingrid Obermeier-Osl, IHK-Vizepräsidentin und Vorsitzende des Regionalausschusses Altötting-Mühldorf.

Die Betriebe hätten mit großem Erfolg wieder alle Register gezogen, um Azubis zu gewinnen. „Bestes Beispiel ist der IHK-Bildungsexpress, der jedes Jahr Schüler, ihre Eltern und Ausbildungsbetriebe zusammenbringt. Auch im Landkreis sind aktuell noch 216 Lehrstellen frei, wie aus der Statistik der Arbeitsagentur hervorgeht, die auch Lehrstellen im Handwerk und in den freien Berufen berücksichtigt. Demnach bleiben bislang rund 28 Prozent der seit Jahresbeginn gemeldeten Ausbildungsplätze unbesetzt. Die Zahl der verfügbaren Lehrstellen stieg im Vergleich zum Vorjahr leicht um 1,6 Prozent auf 768 Stellen.

Die Top Fünf der IHK-Ausbildungsberufe im Landkreis sind Industriekaufleute, Verkäufer, Einzelhandelskaufleute, Industriemechaniker und Kaufleute für Büromanagement.

Neun Flüchtlinge sind Azubis in Mühldorf

Neun Geflüchtete gehören im Landkreis Mühldorf zu den neuen Auszubildenden in Industrie, Handel und Dienstleistungen. Insgesamt verzeichnet die IHK damit im Landkreis 32 Azubis aus fluchtwahrscheinlichen Herkunftsländern.

Insgesamt gibt es im Landkreis aktuell 233 IHK-zugehörige Ausbildungsbetriebe. Sie stehen für knapp 60 Prozent aller Ausbildungsverhältnisse.

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