Rosenheim/Mühldorf – Bayernweit gibt es weniger Fehltage durch Erkältungen und Co. lautet die positive Bilanz einer DAK-Analyse. Dieser Trend setzt sich auch in den Landkreisen Rosenheim und Mühldorf fort. So fehlten Bayerns Erwerbstätige im ersten Halbjahr durchschnittlich sieben Tage im Job. Mühldorf liegt hier ex aequo mit dem bayernweiten Trend. Stadt und Landkreis Rosenheim sind sogar um 0,1 Prozent „gesünder“.
Region unter Bundesdurchschnitt
In Bayern lag der Krankenstand 2018 bei 3,7 Prozent. Damit waren an jedem Tag des Jahres von 1000 Arbeitnehmern 38 krankgeschrieben – genauso viele wie im Vorjahreszeitraum. Das zeigt eine aktuelle Analyse der DAK-Gesundheit aller Krankmeldungen. Im Durchschnitt war ein DAK-versicherter Erwerbstätiger im Freistaat sieben Tage arbeitsunfähig. Ausreißer waren hier im negativen Trend mit 4,6 Prozent und über dem Bundesdurchschnitt die Landkreise Hof und Wunsiedel. Am wenigsten Fehltage gab es mit 2,7 Prozent im Landkreis München sowie in Starnberg.
Die meisten Ausfalltage verursachten Muskel-Skelett-Beschwerden (+vier Prozent), Atemwegserkrankungen (+zwölf Prozent), Verletzungen (+20 Prozent) und psychische Leiden (siehe Grafik). In absoluten Zahlen bedeutet dies für die Region 285 Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems, 216 des Atmungssystems, 196 Verletzungen, 194 psychische Erkrankungen sowie 67 Infektionen.
Zwei von drei Bayern haben ihrem Arbeitgeber im ersten Halbjahr 2019 keine einzige Krankmeldung vorgelegt. Insgesamt gab es im Freistaat weniger Fehltage als im Bundesdurchschnitt (4,2 Prozent). Atemwegsbeschwerden wie Erkältungen oder Bronchitis nahmen um 16 Prozent ab und belegten Platz zwei im Ranking der wichtigsten Krankheitsgruppen (Anteil am Gesamt-Krankenstand: 16,5 Prozent). „Die ausgebliebene Erkältungswelle zu Beginn des Jahres macht sich beim Krankenstand bemerkbar“, sagt Sophie Schwab, Leiterin der Landesvertretung der DAK-Gesundheit Bayern. Diese Betroffenen mussten durchschnittlich 6,3 Tage zu Hause bleiben. Psychische Leiden wie Depressionen gingen um knapp drei Prozent zurück und waren als dritthäufigster Ausfallgrund für mehr als jeden siebten Fehltag verantwortlich. Hier betrug die Erkrankungsdauer im Durchschnitt 33,7 Tage. „Die psychische Gesundheit gehört deshalb noch stärker in den Fokus eines betrieblichen Gesundheitsmanagements“, erklärt Schwab. „Wir bieten mit individuellen Konzepten und ausgebildeten Resilienz-Managern bayerischen Arbeitgebern konkret Hilfe an.“ Muskel-Skelett-Beschwerden wie Rückenschmerzen verursachten fast jeden fünften Fehltag und waren Haupt-Ausfallgrund im Freistaat. Die DAK ist eine der größten Krankenkassen Deutschlands mit rund 800000 Versicherten in Bayern.
Sucht ein Problem
für Arbeitnehmer
Für die Analyse wurden durch das IGES Institut die Daten von rund 360000 erwerbstätigen DAK-Mitgliedern in Bayern ausgewertet. Krankschreibungen wegen Sucht und weiteren Substanzstörungen machen demnach 3,4 Prozent aller Fehltage wegen psychischer Erkrankungen aus.
Der Alkohol spiele dabei die größte Rolle (75 Prozent), so die DAK. Dabei wird zwischen riskantem (9,5 Prozent) und schädlichem (0,9 Prozent) Konsum sowie möglichen Abhängigkeiten (0,3 Prozent) unterschieden. Insgesamt sind laut DAK 1,195 Millionen Angestellte in Bayern zigarettenabhängig. 45,4 Prozent der Arbeitnehmer rauchen in der Arbeitszeit. Bei den 18- bis 29-jährigen Beschäftigten verzeichnet die Studie dabei die geringste Raucherquote.
Silvia Mischi