Miesbach –Nach zwei sehr guten Märkten ist nun der befürchtete Preisabsturz bei den Kälbern eingetreten. Wie der Zuchtverband Miesbach berichtet, gaben die Preise in allen Kategorien mehr oder weniger stark nach. Insbesondere Kuh-Kälber zur Zucht oder Mast sind derzeit sehr schwer verkäuflich. Spanien fällt als Käufer aufgrund einer geänderten Auslegung der Transportbestimmungen nahezu aus. Absetzer, Kälber aus den nord- und ostdeutschen Mutterkuhherden, drängen bereits auf die Märkte und erhöhen das schon große Angebot zusätzlich.
Die aufgetriebenen 110 Mastkuhkälber konnten nur mit großen preislichen Zugeständnissen abgesetzt werden. Leichtere oder ältere Kälber kamen über 100 Euro nicht hinaus. Der Durchschnittspreis wurde mit zwei Euro je Kilo oder 156 Euro je Stück errechnet. Die 88 Kilo schweren Zucht-kuhkälber waren mit einem Kilopreis von 2,66 Euro und einem Stückpreis von 234 Euro etwas besser dran.
Das teuerste Zuchttier, eine Hermelin-Tochter mit sehr guter Mutterlinie, brachte ihrem Besitzer 500 Euro ein. Für die 479 Maststierkälber mit mittleren 85 Kilo Lebendgewicht konnten im Schnitt 5,04 Euro beziehungsweise 428 Euro je Stück ausbezahlt werden. Versteigerer Florian Maier war nicht zu beneiden, da die Auktion recht zäh verlief. Ein Landwirt aus einer norddeutschen Besuchergruppe kaufte spontan 25 Kälber, da die Preise für die Einkäufer günstig waren. Wiederum sehr groß war die Preisspanne mit 100 bis 620 Euro. In den einzelnen Gewichtsklassen von 71 – 80 Kilo (135 Stück), 81 – 90 Kilo (193 Stück) und 91 – 100 Kilo (91 Stück) stieg der Kilopreis mit 4,98, 5,11 bzw. 5,39 Euro mit dem Gewicht sogar an. Als mittlere Stückpreise errechneten sich daraus 378, 434 und 512 Euro.
Vier Prozent der 631 verkauften Kälber blieben im Verbandsgebiet, 28 Prozent im restlichen Bayern, 68 Prozent gingen in den Norden der Republik.