Mühldorf – Einen Anstieg des Ölpreises befürchteten dieser Tage viele Verbraucher nach dem Drohnenangriff auf einen saudi-arabischen Ölproduzenten. Die Total Mineralöl GmbH, die etwa in Samerberg, Oberaudorf, Mühldorf und Waldkraiburg Tankstellen betreibt und Heizöl an Verbraucher ausliefert, meldet aktuell, dass der Ölpreis sogar gesunken ist. Ricarda Altrichter von Total in Duisburg erklärt dies mit den gestiegenen US-Rohölbeständen, dem gesenkten Leitzins in den USA und angekündigten Iran-Sanktionen. Zu Redaktionsschluss lag der Heizölpreis laut Total bei 71,76 Euro pro 100 Liter. Eine 3000 Liter-Standard-Lieferung kostet demnach in Deutschland rund 71,76 Cent pro Liter. Gegenüber Mittwoch ist der Literpreis sogar um 82 Cent gesunken. Aufatmen konnte deshalb auch Gisela Schnürer vom gleichnamigen Mühldorfer Familienbetrieb.
Das Unternehmen liefert seit 70 Jahren Heizöl in einem Radius von rund 80 Kilometern um Mühldorf. Schnürer erinnert sich ans vergangene Wochenende, als die Lage am Ölmarkt unübersichtlich war und die Börsenkurse, die für ihren Einkaufspreis ausschlaggebend sind, abrutschten. Am Montag hätten ihre Lieferanten daher „nichts herausgerückt“. Am Mittwoch sei der Spuk wieder vorüber gewesen. Wer in Mühldorf und Umgebung seinen 3000-Liter-Tank füllen wolle, zahle momentan 75,5 Cent brutto je Liter. Weil der Ölmarkt längst ein unsicheres Terrain sei, verkauft Schnürer auch Holzpellets. Sorgen macht ihr die in Berlin beschlossene CO2-Bepreisung ab 2021, die kleinere Betriebe ihrer Branche in ihrer Existenz bedrohen könne. Sie hoffe auf die Forschung der Konzerne, die derzeit unter Hochdruck synthetische Öle entwickelten. Der ADAC weist darauf hin, dass diese nach aktuellem Stand nur Beimischungen sein könnten. sen