Wasserburg – Die Mittelschule Wasserburg hat am vergangenen Freitag ihre erste Bildungspartnerschaft der Industrie- und Handelskammer (IHK) Rosenheim mit der Privatmolkerei Bauer geschlossen. Ziel einer solchen Partnerschaft ist es laut IHK, Wirtschaft und Schule zu vernetzen.
Laut Vereinbarung sollen den Schülern die „Vielfalt beruflicher Möglichkeiten näher gebracht“ und bei der „Berufsorientierung und -wahl unterstützt“ werden. Mit einer Bildungspartnerschaft wolle man aber auch dem Bedarf in der Region an Auszubildenden, insbesondere im handwerklich-technischen Bereich, sowie dem demografischen Wandel begegnen, so IHK-Leiter Wolfgang Janshen.
Zehn Partnerschaften wird es geben
Hauptsächlich gehe es darum, mehr Schüler für eine berufliche Ausbildung zu gewinnen. Insgesamt zehn dieser Partnerschaften zwischen Unternehmen und Schulen gibt es laut Janshen bereits in der Region Rosenheim.
Offenbar sind Bildungspartnerschaften eine Maßnahme, um die Attraktivität von Ausbildungsberufen wieder ins rechte Licht rücken. Die Vereinbarung in Wasserburg ist in sieben Modulen gegliedert. Diese können in verschiedene Jahrgangsstufen und Schulfächer integriert sowie in Unterrichtspläne eingegliedert werden – in Begleitung einer verantwortlichen Lehrkraft.
Die Module beinhalten, dass Schüler der Wasserburger Mittelschule die Möglichkeit zu einem Betriebspraktikum bei der Privatmolkerei Bauer bekommen, ein umfangreiches Bewerbungstraining erhalten, mit Besuchen von Ausbildern und Auszubildenden „live“-Einblicke in den Arbeitsalltag erhalten und am „Girls/Boys Day“ bevorzugt ins Unternehmen eingeladen werden. Außerdem ist ein Gemeinschaftsprojekt von Schülern und Auszubildenden zum Punkt „Nachhaltigkeit“ vorgesehen und der Besuch von „Berufsbotschaftern“ in einer Schulklasse, um die jeweils spezifische Berufsausbildung und das dazu gehörende Berufsbild vorzustellen. Beim Berufsinformationsabend Anfang des kommenden Jahres will sich die Firma Bauer als Arbeitgeber präsentieren und seine Ausbildungsberufe und neue Ausbildungsrichtungen vorstellen.
Digitalisierung gilt auch für Ausbildungsberufe
Die Digitalisierung finde auch in Handwerksberufen statt, so Ausbildungsleiterin Manuela Wimmer. Diese Veränderung in manchen Berufsbildern von den Betrieben zu den Schülern zu transportieren, sei wichtig. Auch hierfür sei die Bildungspartnerschaft gut, da sie Schüler und Azubis in Kontakt bringt.
Mit Blick auf die schwierige Situation, qualifizierte Fachkräfte im handwerklich-technischen Bereich zu finden sieht Michael Müller, Personalleiter bei der Firma Bauer, in der Mittelschule einen wichtigen Partner: „Wer zufrieden ist mit der Ausbildung, bleibt.“ Gerade in den nun vereinbarten Bewerbernachmittagen sieht er eine große Chance für beide Seiten, da man sich hier wirklich kennenlernen und besser entscheiden könne, ob man zueinander passe.
Thomas Gebert, Bildungsberater der IHK, wies darauf hin, dass eine Ausbildung der „Einstieg in eine lange, berufliche Laufbahn“ sein kann. Besonders erfreut zeigte sich die Leiterin der Mittelschule, Maria Albert, dass ihre Schützlinge nun professionelle Unterstützung bei dem wichtigen Punkt Bewerbung erhalten. Die Schule könne dies fachlich nicht abdecken. Die Bildungspartnerschaft soll schon zum laufenden Schuljahr starten. Am Ende des Schuljahres will man wieder zusammen kommen, um die Vereinbarungen zu überprüfen und, wenn notwendig, anzupassen.