Rosenheim/Bad Aibling – Bei der Tagung der Schreinerinnung Rosenheim wusste Obermeister Peter Moser von einer guten Auftragslage zu berichten „Daher müssen Kunden derzeit recht lange auf die Erfüllung ihrer Wünsche warten“, sagte Moser in Bad Aibling.
Schreiner plagen
Nachwuchssorgen
Der Zentralverband des Deutschen Handwerks rechnet für dieses Jahr mit einem weiteren Umsatzplus. Was den Schreinerbetrieben hingegen fehle, seien junge Menschen, die sich für den Beruf interessieren, so Moser. Die Branche leide unter einem Fachkräftemangel. Daher führte die Rosenheimer Schreinerinnung zahlreiche Werbeaktionen in Schulen, auf Jobbörsen oder bei Berufsbildungsmärkten durch. „Leider nicht mit dem gewünschten Erfolg“, wie Moser beklagte.
Johann Widmann, Leiter der Holztechnik an der Berufsschule I in Rosenheim, berichtete von rückläufigen Schülerzahlen. Heuer seien für das Berufsgrundschuljahr lediglich 70 Schüler angemeldet, die in nur noch 2,5 Schulklassen untergebracht seien. Vor einigen Jahren musste die Berufsschule noch Platz für drei Klassen vorsehen. Widmann sprach sich dafür aus, schon recht frühzeitig mit Interessenten Ausbildungsverträge abzuschließen.
Thema war auch die Abschlussprüfung der Auszubildenden. Voraussichtlich werden sich 53 Auszubildende im Bereich der Schreinerinnung Rosenheim der Gesellenprüfung stellen. „Wir haben das handwerkliche Geschick, also die Arbeit mit dem originären Werkzeug des Schreiners, bei der Ausbildung in den Vordergrund gestellt“, sagte Moser, der dem eigentlichen Handwerk wieder mehr Bedeutung beimessen möchte. „Als Gesellenstücke wurden oftmals schon technische Meisterstücke angefertigt. Außerdem haben wir auch die Gesamtbearbeitungszeit für das Gesellenstück auf 100 Stunden begrenzt.“, fügte er hinzu. In der Vergangenheit sei oft ein Vielfaches der Zeit aufgewendet worden.stv