Mehr als 1600 Wohnungen fehlen im Landkreis Rosenheim

von Redaktion

Bestand steigt zum Stichtag 21. Dezember 2018 auf 121658 Objekte – Bedarf allerdings nur zu 85 Prozent gedeckt

Rosenheim – Wohnraum ist ein wichtiges Thema im Raum Rosenheim. Es gibt zu wenig davon, vor allem im Hinblick auf die Bezahlbarkeit. Die aktuellsten Zahlen des Statistischen Landesamtes zeigen: Im Kreis Rosenheim registrierte die Behörde zum Jahreswechsel 2018/2019 einen Bestand von insgesamt 121658 Wohnungen aller Art und Größe. Damit erhöhte sich der hiesige Bestand um 1914 Wohnungen oder 1,6 Prozent. Vier Jahre zuvor (2014) hatte die Zahl noch bei insgesamt 116365 Wohnungen gelegen.

Zuwachs reicht bei Weitem nicht aus

Das jedoch sagt nichts darüber aus, ob die bestehenden Wohnungen auch zu haben sind. Dafür lässt sich auf der Basis des Wohnungsbedarfsmodells des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) sagen, dass das im Kreis Rosenheim zwischen 2016 und Ende 2018 erreichte Verhältnis von Fertigstellungen und Bedarf bei 85,2 Prozent liegt: Der Bedarf ist also durch nachwachsende Wohnungen nicht gedeckt.

Für den Zeitraum von 2016 bis 2020 ermittelte das IW einen Wohnungsbedarf von 1619 Wohnungen. Das große Problem ist der fehlende Baugrund. Zu wenige Wohnungen treiben die Preise, und das macht sich in der Region Rosenheim sehr deutlich bemerkbar.

Der größte Traum der Menschen ist und bleibt das eigene Haus für die Familie: 44017 Einfamilienhäuser gibt es mittlerweile im Landkreis Rosenheim. Aber nur für wenige ist der Traum bezahlbar. Es bleibt eine Eigentumswohnung oder das Wohnen zur Miete in einem der 8847 Mehrfamilienhäuser als einkommensbasierte Alternative. Als Mehrfamilienhäuser gelten alle Wohngebäude mit drei und mehr Wohnungen. Sozusagen ein Zwischending sind Häuser mit zwei Wohnungen. Von denen gibt’s 12403.

Große Wohnungen sind gefragt

Begehrt sind große Wohnungen mit fünf Räumen (einschließlich Küche) und mehr. Davon waren im Kreis Rosenheim zum Jahreswechsel 2018/2019 inklusive der Einfamilienhäuser insgesamt 59952 vorhanden, das sind rund 49,3 Prozent an allen vorhandenen Wohnungen. Weitere 25724 Wohnungen (21,1 Prozent) verfügten über vier Räume, 21746 Wohnungen (17,9 Prozent) waren Dreiraumwohnungen, 10669 (8,8 Prozent) verfügten über zwei Räume und 3567 über einen Raum (2,9 Prozent).

Menschen wollen immer mehr Platz

Rund 91,8 Quadratmeter groß ist derzeit die bundesweite Durchschnittswohnung, wenn man Wohnungen in Wohnheimen hinzurechnet. Das macht 46,5 Quadratmeter pro Kopf, wie aus der Fortschreibung des Wohngebäude- und Wohnungsbestands des Statistischen Bundesamtes weiter hervorgeht. Im Jahr 2000 lag die Pro-Kopf-Wohnfläche bundesweit noch bei 39,5 Quadratmetern. Vor allem in der Stadt sind die Wohnungen kleiner. Vor allem, weil sie teurer sind und bezahlbar bleiben müssen. Und genau das ist ein immer größeres Problem.

Artikel 7 von 8