Saisonbedingt mehr Arbeitslose

von Redaktion

Vor allem Außenberufler lassen die Quoten steigen – Rückgang bei Lehrlingen

Rosenheim/Traunstein/Mühldorf – Wie in jedem Jahr machen sich die Wintermonate auf dem regionalen Arbeitsmarkt bemerkbar. Die Arbeitslosenquote auf dem Arbeitsmarkt im Agenturbezirk Rosenheim, der Stadt und Landkreis Rosenheim sowie die Landkreise Miesbach und Bad Tölz-Wolfratshausen umfasst, ist im Januar um 1430 auf 8700 Personen angestiegen (Vergleichsmonat des Vorjahres: 8440).

Für die Stadt Rosenheim errechnet sich eine Arbeitslosenquote von 4,4 Prozent (Vormonat: 3,8; Januar 2019: 4,3 Prozent). Im Landkreis Rosenheim liegt die Arbeitslosenquote bei 2,6 Prozent (Vormonat: 2,2, Januar 2019: 2,7 Prozent). Die Zahl der Arbeitslosen insgesamt für den Landkreis liegt bei 3797. Hier sind 2639 Männer und Frauen bei der Hauptagentur in Rosenheim arbeitslos gemeldet, 579 mehr als im Vormonat.

„Stimmung ist
weiterhin positiv“

„Viele Beschäftigte aus witterungsabhängigen Berufen haben schon vor Weihnachten eine Kündigung erhalten und sich nun bei uns arbeitslos gemeldet“, sagt Michael Vontra, der kommissarische Leiter der Agentur für Arbeit Rosenheim. „Die Stimmung auf dem Arbeitsmarkt ist aber weiterhin positiv: Die Anzahl der Beschäftigten, die von ihrem Betrieb über die Wintermonate freigestellt worden sind, entspricht in etwa dem Niveau von Januar des Vorjahres. Viele Unternehmen haben ihren saisonbedingt gekündigten Arbeitnehmern auch in diesem Jahr eine Wiedereinstellungszusage gegeben, da sie ihre langjährigen, guten Mitarbeiter nicht verlieren wollen.“

Vontra erklärt weiter: „Da in den typischen Bau- und Außenberufen überwiegend Männer arbeiten, ist die Arbeitslosenquote im Januar bei Männern höher als bei Frauen: Sie ist bei den Männern im vergangenen Monat um 0,8 Prozentpunkte auf 3,3 Prozent angestiegen, während sie bei den Frauen lediglich um 0,2 Prozentpunkte auf 2,4 Prozent geklettert ist. So hat sich die Arbeitslosenzahl in der Baubranche auf 830 Personen mehr als verdoppelt und in den Berufsgruppen Land-, Forst-, Tierwirtschaft sowie Gartenbau kletterte die Zahl um 82 Prozent auf 350 Betroffene.“

Mit Blick auf die Entwicklung der Arbeitslosigkeit bei den einzelnen Personen-gruppen sagt Vontra: „Insbesondere bei den unter 25-Jährigen (plus 70 auf 790 Personen) und den über 55-Jährigen (plus 210 auf 2400 Personen) ist gegenüber dem Vergleichsmonat des Vorjahres ein Anstieg zu verzeichnen.

Weniger Bewerber
für Lehrstellen

Der kommissarische Agenturleiter spricht zum Jahresbeginn auch über den Ausbildungsmarkt: „Aktuell sind bei der Agentur für Arbeit Rosenheim 1900 Bewerber für Lehrstellen mit Ausbildungsbeginn im Herbst 2020 gemeldet, 100 weniger als vor einem Jahr. Dem gegenüber stehen 2670 offene Ausbildungsstellen, 60 mehr als im Vergleichszeitraum des vorherigen Berichtsjahres“, sagt Vontra.

Im Bezirk der Agentur für Arbeit in Traunstein, der die Landkreise Traunstein, Altötting, Berchtesgadener Land und Mühldorf umfasst, betrug die Arbeitslosenquote im Januar 3,6 Prozent, eine Steigerung gegenüber Dezember um 0,7 Prozentpunkte. 1915 Menschen mehr als im Vormonat, aber 84 weniger als im Vorjahresmonat sind arbeitslos gemeldet. Insgesamt sind in den vier Landkreisen 9985 Menschen auf Jobsuche.

Im Landkreis Traunstein lag die Arbeitslosenquote im Januar mit 3,2 Prozent unter dem Niveau des Vergleichsmonats des Vorjahres. Gegenüber Dezember 2019 bedeutet dies einen Anstieg um 0,6 Prozentpunkte (645 Menschen). Insgesamt sind 3151 Menschen gemeldet.

Die Arbeitslosenquote im Landkreis Altötting betrug im Januar 3,5 Prozent, das ist ein Anstieg gegenüber Dezember um 0,5 und ein Anstieg um 0,1 Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahresmonat. 2198 Menschen waren im Januar arbeitslos gemeldet, 321 mehr als im Dezember und 82 mehr als im Vergleichsmonat 2019.

Im Landkreis Mühldorf betrug die Arbeitslosenquote im Januar 3,6 Prozent, sie lag damit exakt auf dem Niveau des Vorjahresmonats. 2381 Menschen waren im Januar arbeitslos gemeldet, 439, das sind 22,6 Prozent mehr als im Dezember und 49 (2,7 Prozent) mehr als im Vergleichsmonat des Jahres 2019.

Keine Anzeichen für
Konjunkturschwäche

„Mit saisonalen Schwankungen müssen wir jedes Jahr umgehen. Anzeichen für eine konjunkturelle Abschwächung können aus den vorliegenden Daten nicht abgeleitet werden. Hierfür braucht es die Betrachtung eines längeren Zeitraums“, sagt Jutta Müller, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Traunstein.

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