Krones spürt Auswirkungen der Kritik an Plastik

von Redaktion

Verpackungs- und Abfüllspezialist veröffentlicht den Geschäftsbericht 2019 – Ertrag bleibt hinter Erwartungen zurück

Neutraubling/Rosenheim – Krones, führender Hersteller in der Verpackungs- und Abfülltechnik, hat den Geschäftsbericht 2019 veröffentlicht. Das Unternehmen blickt auf ein insgesamt herausforderndes Jahr 2019 zurück. Das Konzernergebnis sank von 150,6 Millionen Euro im Vorjahr auf 9,2 Millionen Euro.

Das Wachstumsziel von drei Prozent hat Krones nach eigener Aussage trotz der schwierigen gesamtwirtschaftlichen Bedingungen erreicht. Der Umsatz legte im Vergleich zum Vorjahr um 2,7 Prozent von 3,854 Milliarden Euro auf 3,958 Milliarden Euro zu. Die Debatte um Kunststoffverpackungen beeinflusste den Konzernumsatz von Krones 2019. In der Kunststofftechnik, in der das Unternehmen Maschinen und Anlagen zum Abfüllen und Verpacken von PET-Behältern anbietet, sind die Erlöse insbesondere im ersten Halbjahr 2019 primär aufgrund der öffentlichen Debatte rund um das Thema Plastik gesunken. Dies konnte Krones durch Zuwächse in anderen Bereichen ausgleichen.

Wachstumsziel
trotzdem erreicht

Der Auftragseingang verbesserte sich 2019 um 3,2 Prozent von 3,957 Milliarden Euro im Vorjahr auf 4,083,5 Milliarden Euro. Ende 2019 hatte Krones Aufträge im Wert von 1,385 Milliarden Euro in den Büchern. Der bereits im Vorjahr hohe Auftragsbestand von 1,261,1 Milliarden Euro wurde damit um 9,9 Prozent übertroffen. Die Ertragskraft von Krones blieb 2019 hinter den ursprünglichen Erwartungen zurück. Verantwortlich waren hierfür hauptsächlich hohe Personalkosten sowie Aufwendungen für Restrukturierung und Wertminderungen für Portfoliooptimierungen. Das Ergebnis vor Steuern (EBT) ging im Konzern 2019 im Vergleich zum Vorjahr von 204,3 Millionen Euro auf 41,7 Millionen Euro zurück. Die EBT-Marge verringerte sich von 5,3 Prozent auf 1,1 Prozent. Ohne die Aufwendungen für strukturelle Maßnahmen lag die EBT-Marge 2019 bei 2,8 Prozent. Damit hat Krones das im Juli 2019 angepasste Margenziel von rund drei Prozent erreicht. Die im zweiten Halbjahr eingeleiteten Maßnahmen beim Ausbau des globalen Set-ups, bei der Reduktion der Mitarbeiter in Deutschland aufgrund veränderter Rahmenbedingungen und Einsparungen in den Materialkosten zeigten bereits im letzten Quartal erste Wirkungen.

Hauptsächlich wegen des neuen Rechnungslegungsstandards IFRS 16 und der außerordentlichen Wertminderungen haben sich die Abschreibungen von Krones 2019 deutlich auf 183,3 Millionen Euro (Vorjahr: 102,7 Millionen Euro) erhöht. Die Kennzahl zum Gewinn vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen – die sogenannte EBITDA-Marge – lag bei 5,7 Prozent (Vorjahr: 7,9 Prozent). Somit erwirtschaftete Krones 2019 ein Konzernergebnis von 9,2 Millionen Euro (Vorjahr: 150,6 Millionen Euro). Dies entspricht einem Ergebnis je Aktie von 0,30 Euro (Vorjahr: 4,78 Euro).

Rückgänge im
Kernsegment

Das Kernsegment von Krones „Maschinen und Anlagen zur Produktabfüllung und -ausstattung“, das 82,5 Prozent zum Konzernumsatz beitrug, erwirtschaftete 2019 ein Ergebnis vor Steuern von 56,4 Millionen Euro (Vorjahr: 223,3 Millionen Euro). Die EBT-Marge verringerte sich damit von 7,0 auf 1,7 Prozent. Im Segment „Maschinen und Anlagen zur Getränkeproduktion/Prozesstechnik“ verbesserte sich das EBT von minus 19 Millionen Euro im Vorjahr auf minus 14,7 Millionen Euro. Außerplanmäßige Wertminderungen und Aufwendungen für Restrukturierung belasteten das Ergebnis des Segments mit rund elf Millionen Euro.

Vorstand und Aufsichtsrat werden der Hauptversammlung am 18. Mai für das Geschäftsjahr 2019 eine Dividende von 0,75 Euro je Aktie vorschlagen (Vorjahr: 1,70 Euro). 2020 wird von politischen und wirtschaftlichen Unwägbarkeiten geprägt sein. Vor allem die negativen Auswirkungen des Coronavirus auf die Weltwirtschaft sind derzeit nicht abzuschätzen. Krones rechnet für 2020 mit einem Umsatz auf Vorjahresniveau.

Artikel 8 von 8