Neumarkt-St. Veit – Klangfarbe, Klangvolumen, Dynamik, Ansprache und Spielbarkeit – das alles spielt eine Rolle, wenn die Jury den Deutschen Musikinstrumentenpreis (DMIP) vergibt, in diesem Jahr zum 30. Mal. Mit dabei waren die Kontrabassbauer Michael und Ralph Krahmer, die ihre Firmensitze in Mittenwald und Neumarkt-St. Veit haben. In der Geschichte des Wettbewerbs kam dreimal der Kontrabass zur Bewertung. Dreimal gewann das Brüderpaar Krahmer.
Namhafte
Musiker testen
Ziel des Wettbewerbs ist es, auf besondere Produkte in der Musikinstrumentenbau-Branche hinzuweisen. Jedes Jahr wird eine andere Gattung Musikinstrument ausgewählt. Sieben deutsche Hersteller nahmen am Wettbewerb DMIP 2020 in der Sparte Kontrabass teil.
Die Preisrichter fanden ihr Urteil nach drei Prüfungsschritten. Die subjektive Beurteilung nahmen fünf namhafte Musiker vor. Diese bewerteten nach mehreren unterschiedlichen Spielzeiten – ohne den Hersteller zu kennen – das Instrument nach Klangfarbe, Klangvolumen, Dynamik, Ansprache und Spielbarkeit.
In der objektiven Beurteilung stützte sich die Jury auf die Ergebnisse einer durch Laborbewertung gestützten Messtechnik. Die Frequenzkurve der einzelnen Kontrabässe wurde durch zahlreiche im Raum angebrachte Mikrofone verglichen.
Und schließlich flossen in das Urteil auch die Ergebnisse der Begutachtungen durch einen Sachverständigen mit ein. Dieser stellte die handwerkliche Leistung allgemein fest, untersuchte die spieltechnische-konstruktive Lösung und bewertete auch die gestalterische Lösung. In jeder dieser Kategorien belegte der Neumarkter Kontrabass „Imperator“ den ersten Platz – zum Teil mit gehörigem Vorsprung.
Doch bis dahin war es ein langer Weg, wie Instrumentenbauer Ralph Krahmer aus Neumarkt-St. Veit erklärt: „Wir mussten das Instrument schon im August 2019 zur Bewertung abgeben und es wurde vier Monate lang bis Jahresende mit modernsten Messtechniken und unter professionellsten Bedingungen getestet.“ Nur das Instrument, das in allen Verfahren die höchste Punktzahl erreichen würde, sollte am Ende Gesamtsieger und Preisträger sein. „Dieses penible und genaue Verfahren ist weltweit einmalig. Die Tatsache, dass wir zum dritten Mal hintereinander gewonnen haben, macht uns schon etwas stolz.“
Zur Übergabe des Preises erhielten die Brüder Michael und Ralph Krahmer eine Einladung nach Berlin. Führende Persönlichkeiten aus Wirtschaft und Politik waren als Gäste vorgesehen. Durch die Corona-Krise wurde dieser Termin allerdings auf vorläufig unbestimmte Zeit verschoben.
Weltweit älteste
Kontrabass-Firma
Den Bescheid, dass ihr Bass „Imperator“ wieder die höchste Auszeichnung erhielt, den haben die Brüder bereits seit Januar in der Tasche. Dass sie zum wiederholten Mal dieses hohe Prädikat erhielten, führen die beiden Meister auf ihre gut eingespielte Mannschaft zurück. „Wir konnten diesen Preis nur gemeinsam mit unseren guten Mitarbeitern und als Team gewinnen“, betont Ralph Krahmer. Jedes einzelne Teil der Instrumente erarbeiten die Gesellen mit den Meistern und mit viel Können, Erfahrung und Gewissenhaftigkeit.
Das Familienunternehmen Krahmer-Pöllmann ist die älteste Kontrabassbau-Firma der Welt und kann auf eine über 350 Jahre alte Firmengeschichte zurückblicken. In allen führenden Orchestern der Welt – wie etwa dem Bolschoi-Theater Moskau, den Wiener Philharmonikern, der Arena di Verona und vielen mehr – werden Instrumente aus der Werkstatt Krahmer-Pöllmann gespielt, ebenso wie in heimischen Orchestern, etwa beim Bayerischen Rundfunk Orchester oder den Münchner Philharmonikern.