„Wir dürfen den Humor nicht verlieren“

von Redaktion

INTERVIEW „Checker Tobi“ widmet sich beim Kika Ausnahmesituationen wie der Corona-Krise

Keine Freunde im Kinderzimmer, kein Spielplatz, kein Vereinssport, stattdessen Büffeln im Homeschooling und Brettspiele mit der Familie. In Zeiten von Corona werden auch die Nerven der Kinder strapaziert. „Ich krieg’ die Krise“, mag sich da mancher denken. „Ganz normal“, findet das Moderator Tobias Krell (34), der seine Sendung im Kinderkanal (Kika) unter dieses Motto gestellt hat. Mit Psychologin Verena, Wissenschaftler Florian und Journalistin Bianca nimmt „Checker Tobi“ an diesem Samstag um 19.25 Uhr unter dem Titel „Der Krisen-Check“ Ausnahmesituationen unter die Lupe, erklärt die wichtigsten Begriffe in der Corona-Krise und zeigt, dass schwierige Zeiten einen auch stärken können.

Tobi, wann haben Sie persönlich das letzte Mal gedacht: Ich krieg’ die Krise?

Eigentlich bin ich nicht der Typ, der sich schnell überfordert fühlt, aber in Zusammenhang mit Corona ging mir das in letzter Zeit schon öfter mal so. Es gibt einfach Momente, in denen ich genervt bin, weil ich Dinge, die mir wichtig sind, nicht machen kann.

Zum Beispiel?

Es fehlt mir, meine Eltern zu besuchen. Klar telefoniere ich viel mit ihnen oder verabrede mich mit Freunden übers Internet, aber ich vermisse tatsächlich die körperliche Nähe. Ich bin einfach ein großer Umarmer und mag es, viele Leute um mich herum zu haben. (Lacht.)

Warum ist es so wichtig, Kindern die aktuelle Situation genau zu erklären?

Wir leben in einer Phase, auf die sich keiner richtig vorbereiten konnte. Kinder kriegen mit, dass sich ihre Eltern ernsthaft Sorgen machen, und das schürt wiederum Ängste. Dazu kommt die Flut von Informationen, der wir täglich ausgesetzt sind. Ich glaube viele Kinder sind verstört oder haben Fragen. Das Kinderfernsehen hat da eine wichtige Aufgabe, indem es die Krise erklärt und kindgerecht einordnet.

Wir Erwachsenen sind mit der Organisation von Arbeit, Homeschooling und den Familienfinanzen beschäftigt. Unterschätzen wir dabei, wie psychisch belastend die Situation für Kinder ist?

Ich glaube, die Belastung wird nicht unterschätzt, aber man kann sie umgekehrt auch nicht ernst genug nehmen. Ich weiß nicht, ob alle Kinder ihre Ängste so artikulieren können oder im Alltag die Möglichkeit haben, sich emotional mitzuteilen. Schließlich erleben sie, dass Eltern selbst eine Menge damit zu tun haben, mit der Situation klarzukommen.

Wie kann man ihnen helfen?

Reden, zuhören, Fragen beantworten, sich selbst Nachrichtenpausen gönnen und den Humor nicht verlieren. Wir arbeiten in unserer Krisen-Sendung mit vielen spielerischen Elementen und wollen auch, dass Kinder beim Zuschauen Spaß haben und lachen können. Das ist wichtig: Dinge, die ich mit Leichtigkeit und Freude vermittelt bekomme, behalte ich auch gut und positiv im Gedächtnis.

Was werden Sie als erstes tun, wenn das Virus keine Bedrohung mehr ist?

Auf jeden Fall Freunde und Familie treffen. Eng zusammenhängen, am Wasser sein, grillen, reden und es genießen, dass man keine Distanz halten muss.

Das Gespräch führte Astrid Kistner.

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