Massiver Einbruch für die Wirtschaft in Südostoberbayern

von Redaktion

IHK-Konjunkturumfrage Gravierende Folgen der Corona-Krise in der Region – Stimmung im Bayern-Vergleich etwas besser

Rosenheim/Traunstein/Mühldorf – Die Wirtschaft in Südostoberbayern bekommt die Auswirkungen der Corona-Pandemie deutlich zu spüren. Die Stimmung bei den heimischen Unternehmen hat sich drastisch verschlechtert, wie die Ergebnisse der aktuellen Konjunkturumfrage der Industrie- und Handelskammer für München und Oberbayern zeigen.

Der IHK-Konjunkturindex für die Landkreise Altötting, Berchtesgadener Land, Mühldorf, Traunstein sowie Stadt und Landkreis Rosenheim fiel von 114 Punkten auf 86 Punkte. Das ist ein außerordentlich scharfer Einbruch.

Der IHK zufolge ist die Stimmung der südostoberbayerischen Wirtschaft allerdings etwas besser als während der Finanzkrise vor elf Jahren. Auch im bayernweiten Vergleich (81 Punkte) fällt die konjunkturelle Stimmung in der Region etwas besser aus. Die Ergebnisse der Umfrage zeigen, dass mehr als jedes dritte Unternehmen (36 Prozent) seine Geschäftslage als schlecht bezeichnet und immerhin jedes vierte (26 Prozent) von einer guten Lage spricht. Die Urteile fallen damit etwas positiver aus als in Bayern insgesamt.

Pessimistisch für die
kommenden Monate

Für die kommenden Monate sind die Geschäftsleute allerdings ähnlich pessimistisch wie der bayerische Durchschnitt: 41 Prozent der Betriebe erwarten, dass sich die Geschäftslage verschlechtert und 23 Prozent gehen von einer Verbesserung aus. Die Folgen der Corona-Krise zeigen sich auch bei den Umsätzen: In den ersten vier Monaten dieses Jahres konnte im Vergleich zum Vorjahr nicht einmal jedes zweite Unternehmen (42 Prozent) einen steigenden Umsatz verbuchen oder zumindest den Vorjahresumsatz halten. Für das Gesamtjahr erwarten dies sogar nur noch 30 Prozent.

Fehlende Umsätze und fortlaufende Kosten belasten die Zahlungsfähigkeit der Unternehmen: Ende April erklärten 17 Prozent der Betriebe, ihr Liquiditätsstatus sei schlecht und für vier Prozent ist er existenzbedrohend. Immerhin 79 Prozent bezeichneten ihren Status als gut oder befriedigend.

Auch in den kommenden Monaten wird dieses Thema die Unternehmen umtreiben. Rund ein Drittel der Unternehmen in der Region rechnet mit einer Verschlechterung der Zahlungsfähigkeit.

Die Betriebe müssen daher Kosten reduzieren und Ausgaben kürzen – mit Folgen für Investitionen und Mitarbeiter: 34 Prozent der Unternehmen werden der Konjunkturumfrage zufolge gar nicht mehr investieren. Damit wird die Investitionstätigkeit deutlich nachlassen. Beim Personal wird es auch zu Kürzungen kommen. Der bereits in den letzten Umfragen zu beobachtende Beschäftigungsabbau setzt sich fort: 27 Prozent der Unternehmen reduzieren ihre Beschäftigungszahl am eigenen Standort, zu Jahresbeginn waren es noch 18 Prozent. Neue Stellen wollen nur noch sechs Prozent schaffen, zuletzt waren es zwölf Prozent.

Für die Vorsitzende des IHK-Regionalforums Südostoberbayern, Irene Wagner, sind die Ergebnisse der Konjunkturumfrage ein Beweis für den massiven Wirtschaftseinbruch. „Der Weg zurück wird uns viel Kraft und Zeit kosten. Mit dem jüngst angekündigten Konjunkturpaket setzt die Bundesregierung wichtige Impulse.“ Für die Region sei daneben jedoch wichtig, dass sich zeitnah der Grenzverkehr normalisiere, sagt Wagner.

Sorgen um
Zahlungsfähigkeit

Die IHK hatte für ihren Konjunkturbericht zahlreiche Unternehmen in den Landkreisen Altötting, Berchtesgadener Land, Mühldorf am Inn, Traunstein sowie in Stadt und Landkreis Rosenheim befragt. Dreimal im Jahr wird der IHK-Konjunkturbericht veröffentlicht.

Chemie-Branche weniger betroffen

Im bayernweiten Vergleich sind die Einbrüche in den Landkreisen Altötting/Mühldorf laut IHK relativ moderat. Die große regionale Bedeutung der chemischen Industrie dürfte der IHK zufolge ein Grund dafür sein, weil diese Branche im Vergleich deutlich weniger stark von den Folgen der Pandemie betroffen ist als andere. Rund ein Drittel der befragten Unternehmen in den beiden Landkreisen bewertet seine aktuelle Geschäftslage als gut, fast ebenso viele jedoch als schlecht.

Aktuell suchen in der Region Inn-Salzach noch zehn Prozent der Betriebe neue Mitarbeiter, 18 Prozent müssen Stellen streichen.

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