Aschau – Bayern-Chemie hat ihre neue Mischanlage für Treibstoffe feierlich in Betrieb genommen. Insgesamt sieben Millionen Euro investierte das Unternehmen in das Projekt und erhöht damit ihre Produktionskapazitäten.
Als Aschaus Bürgermeister Christian Weyrich den roten Knopf drückt, hebt sich zu den Klängen der Musik von „2001 – Odyssee im Weltraum“ das blaue Rolltor und gibt den Anwesenden den Blick auf die imposante neue Mischanlage frei. „Mit dieser macht die Bayern Chemie einen wichtigen Schritt in die Zukunft“, sagte Geschäftsführer Dr. Wolfgang Rieck in seiner Begrüßungsrede. Die Anlage werde die Produktionskapazitäten der Bayern-Chemie wesentlich erhöhen, mögliche Engpässe in der Produktion vermeiden helfen und biete zudem neue Prozessmöglichkeiten für zukünftige Anwendungen und Aufträge, sagte Rieck. Sie sei zudem die konkrete Umsetzung des Mottos, das schon die letztjährige 50-Jahr-Feier des Unternehmens geprägt habe: „Der Zukunft entgegen“.
Die Fertigstellung inklusive der Errichtung eines neuen Gebäudes von etwa 800 Quadratmetern erfolgte nach einer vierjährigen Planungs- und Bauzeit, heißt es in einer Mitteilung des Unternehmens. Die Kosten für das Gesamtprojekt beliefen sich auf rund sieben Millionen Euro. Insgesamt wurden für das Gebäude 12000 Kubikmeter Erde bewegt, 6000 Kubikmeter Beton und 240 Tonnen Stahl verarbeitet.
Ihren ersten Einsatz soll die neue Mischanlage unter anderem in Zusammenhang mit dem kürzlich vereinbarten Vertrag der Bayern-Chemie mit der Abteilung Mobile Raketenbasis (MORABA) des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR zur Hochatmosphären- und Mikrogravitationsforschung, Astronomie, Geophysik, Materialwissenschaften sowie Hyperschallforschung haben. Die neue Mischanlage bietet für die Erfüllung dieses wichtigen Auftrags die notwendigen Voraussetzungen.
Die Bayern-Chemie ist ein globaler Technologieführer für Lenkflugkörper und Raumfahrtantriebe mit mehr als 60 Jahren Erfahrung in der Entwicklung und Produktion von regelbaren Feststoff-Staustrahlantrieben, Hochleistungsantrieben mit Ein- und Mehrfachpulstechnologie, regelbaren Antrieben mit Gel-Treibstoffen und Gasgeneratoren sowie Technologieprojekte auf dem Gebiet der luftatmenden Antriebe. Seit 2014 bringt das Unternehmen seine technologischen und methodischen Kernkompetenzen gezielt im zunehmend kommerzialisierten und schnell wachsenden Raumfahrtmarkt ein. Die Bayern-Chemie mit Sitz in Aschau ist ein 100-prozentiges Tochterunternehmen des MBDA-Konzerns und fungiert innerhalb des Konzerns als Kompetenzzentrum für Raketenantriebe.