Digitalisierung als Wettbewerbsvorteil

von Redaktion

Experten stellen Zertifikatsprogramm am Campus Chiemgau vor – Start am 13. November

Rosenheim/Traunstein – Mit der Technischen Hochschule Rosenheim am Campus Chiemgau in Traunstein will der Landkreis seinen Ruf als neuer Hochschulstandort stärken. Als weitere Kooperationspartner sind nach der Gründung 2019 die Handwerkskammer und die IHK für München und Oberbayern daran beteiligt. Im Verbund sollen damit die Fachkräfte von morgen fit gemacht werden für die Themen Digitalisierung und das Innovationsmanagement.

Am 13. November soll in den Räumen des Sparkassengebäudes am Stadtplatz in Traunstein das neue berufs-begleitende Zertifikatsprogramm „Digitalisierung im Maschinenbau“ beginnen. Es geht über zwei Semester und richtet sich an Ingenieure aus den Bereichen Maschinenbau, Mechatronik und Wirtschaftsingenieurwesen.

Großer Schritt für
die Institution

Wichtige Hintergrundinformationen dazu und zum aktuellen Status des Campus Chiemgau zeigte jetzt eine Expertenrunde mit Diskussion auf. Organisiert hatte das Online-Treffen der Informationskreis der Wirt-schaft (IdW) Traun/Alz zusammen mit der Wirtschaftsförderung Traunstein. Vorstandssprecher Stefan Neumann hob in seiner Begrüßung die „große Bedeutung des Campus“ hervor für die Innovationsfähigkeit der Firmen und die Weiterbildung von Nachwuchs und Fachkräften.

Dr.-Ingenieur Andreas Straube stellte als Beauftragter der Hochschulleitung für den Campus Chiemgau den aktuellen Status, die Angebote und den Fahrplan für die künftige Entwicklung vor. Er zeigte auf, wie bedeutsam heute Schlüsseltechnologien der Digitalisierung für den Fortschritt in so gut wie allen Branchen seien. Mit einem aktuellen Seminar zum Thema Entrepreneurship (6. und 11. November) biete der Campus in seinen Studienräumen in Traunstein bereits jetzt Fortbildungen im engen Austausch mit Firmen an. 2021 folgen sechs Seminare.

Im Detail ging Straube auf die Inhalte des Zertifikats-programms „Digitalisierung im Maschinenbau“ ein. Es ist als onlineunterstützte Hybridveranstaltung auch „corona-fähig“ und durch die Einbeziehung aktueller Firmenprojekte sehr praxisorientiert. Im Oktober star-tet zudem der achtsemestrige berufsbegleitende Bachelor-Studiengang „Betriebswirtschaft mit Schwer-punkt Digitalisierung“, der auch für Fachkräfte mit Meisterprüfung oder einschlägiger Berufspraxis zu-gänglich ist. Im September 2021 soll dann der Ausbil-dungsstart für den dualen Bachelorstudiengang „Ma-schinenbau mit Schwerpunkt Digitalisierung“ erfolgen, gefolgt vom Studienstart im Oktober 2022. Im Jahr darauf sind weitere Studiengänge vorgesehen, für 2025 ist ein Technologie-Transferzentrum angedacht. Dr. Kai Höfig, Professor für Informatik und neuer Aka-demieleiter des Campus, zeigte auf, wie die Digitali-sierung durch intelligente Datenvernetzung zum Fort-schrittstreiber in den Unternehmen werden kann. Auch neue Geschäftsfelder täten sich auf, „wenn Daten im Sinne des ,data literacy‘ vollständig, sinnvoll und ver-fügbar abgelegt werden“. Wichtig sei dafür, die Inge-nieure „dort, wo die meisten Daten anfallen“ mit dem entsprechenden Fachwissen fit zu machen. In der Diskussion erkundigte sich Stefan Neumann nach dem Mehrwert der Vernetzung der Institutionen des Campus mit der Wirtschaft. Dr. Straube verwies darauf, dass sich durch die enge Anbindung an Unternehmen deren Bedürfnisse gut abfragen und umsetzen ließen. Camilla Mair wollte wissen, welche Vorteile die neuen Studiengänge gegenüber klassischen Fächern wie Informatik haben. Dr. Straube erläuterte, wichtig sei die Heranbildung von Experten an digitalen Schnittstellen, die Kenntnisse und Kulturen aus verschiedenen Bereichen in der Firma verbinden können.

Moderne Arbeitswelten

Das Thema moderne Arbeitswelten und Führung schnitt ein anderer Redner an. Studiengangleiter Prof. Dr. Franz Fischer erläuterte dazu, die digitale Transformation in der Produktentwicklung und -planung werde im Lehrplan berücksichtigt. Magdalena Daxenberger erkundigte sich, ob sich das Thema Innovationsmanagement angesichts massiver Veränderungen im Arbeitsumfeld nicht als eigenständiger Studiengang eigne. Dr. Straube bot an, die Möglichkeiten dafür auszuloten. Ebenso zur Sprache kam die Idee, zusammen mit den Absolventen des Zertifikatsprogramms ein Alumni-Netzwerk aus Digitalisierungsexperten zu bilden, von dem auch die Region profitiert.

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