Wohnungsbestand erreicht Rekordhoch

von Redaktion

Bedarf für wachsende Bevölkerung ist in Traunstein trotzdem nicht gedeckt

Traunstein – Mit 87940 Wohnungen aller Art und Größe ist der Wohnungsmarkt im Landkreis Traunstein ins Corona-Jahr gegangen. Das ist ein leichtes Plus gegenüber dem Vorjahr um 0,7 Prozent und neuer Rekord laut der Wohnungsbestandsstatistik der Statistischen Landesämter.

Anhand des Wohnungsbedarfsmodells des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) berechnet, liegt das Verhältnis von Fertigstellungen und Bedarf bei 71,9 Prozent: Der Bedarf ist also durch nachwachsende Wohnungen derzeit nicht gedeckt. Es würden jährlich 833 Wohnungen benötigt, der Bestand erhöht sich aber tatsächlich um 599.

Fast 31000
Einfamilienhäuser

Gute Lage, mit Balkon oder Garten, bezahlbare Miete – das sind die Eckpunkte der Traumwohnung neben Arbeitsplatznähe und guter Infrastruktur. Der größte Traum ist und bleibt das eigene Haus für die Familie: 30980 Einfamilienhäuser gibt es mittlerweile bei uns. Dies ist nicht für jeden bezahlbar. Alternative: die Eigentumswohnung oder das Wohnen zur Miete in einem der 5898 Mehrfamilienhäuser. Häuser mit zwei Wohnungen gibt es bei uns 9730. Große Wohnungen mit fünf Räumen waren im Kreis Traunstein zuletzt inklusive der Einfamilienhäuser insgesamt 43590 erfasst. Das sind rund 49,6 Prozent des Bestands. 18981 Wohnungen (21,6 Prozent) verfügten über vier Räume, 15493 Wohnungen (17,6 Prozent) waren Drei-Zimmer-Wohnungen, 7702 (8,8 Prozent) hatten zwei Räume und 2174 ein Zimmer (2,5 Prozent).

Im Durchschnitt knapp
92 Quadratmeter

Rund 91,9 Quadratmeter hat die bundesweite Durchschnittswohnung aktuell, das macht laut Statistischem Bundesamt 47 Quadratmeter pro Kopf. 2000 lag die Pro-Kopf-Wohnfläche bundesweit noch bei 39,5 Quadratmetern, 1960 bei 19 Quadratmetern. Das ermittelte das Wuppertal Institut im Auftrag von „Fridays for Future“. Es galt herauszufinden, wie Klimaneutralität schon 2035 erreicht werden kann.

Volk mit zu viel Raum macht da Probleme: Die Beheizung ist meist klimaschädlich. Mehrgenerationen-Wohnungen oder der generationenübergreifende Tausch von Wohnungen könnten den Anstieg der Wohnflächen stoppen, heißt der Vorschlag der Generation Enkel. Doch wie viele Menschen passen in die großelterliche Wohnung, wenn jeder 19 Quadratmeter braucht? Warum nicht lieber nur zehn? Wir wissen aus Flüchtlingsheimen, dass es immer noch eine Nummer enger geht.

Und wie sieht es 2035 aus? Brauchen die Kinder der heutigen FFF-Kinder ein eigenes Zimmer? 1960 schlief der Nachwuchs häufig noch im elterlichen Schlafzimmer.

Mindestmaß
für Kinderzimmer

Heutzutage gelten andere Maßstäbe: „Umfasst der Raum eine Größe von zwölf Quadratmetern, erfüllt er das Mindestmaß, jedoch bietet eine größere Grundfläche von 15 bis 20 Quadratmetern weitaus mehr Entfaltungsmöglichkeiten für den kreativen Nachwuchs“, heißt es auf Fertighauswelt.de. zs

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