Per App Alltagsgegenstände finden

von Redaktion

Waldkraiburger Start-up will aus dieser Geschäftsidee Erfolgsprojekt machen

Waldkraiburg – Die Firmenidee klingt so einfach, wie einleuchtend: Alltagsgegenstände mit Aufklebern markieren, um sie bei Verlust mit der hierfür programmierten Smartphone-App wieder zu finden. Im Wettbewerb „Ideenreich 2021“ schaffte es der Chemiker und Physiker Dr. Michael König aus Waldkraiburg zusammen mit dem Elektrotechniker und Mechatroniker Simon Berger damit in die Endausscheidung. Jetzt wollen sie die Idee im Unternehmen MyLifeOrganizer, das kurz vor der Gründung steht, zum Erfolgsprojekt machen.

Bei „Ideenreich“
das Finale erreicht

Acht Businesspläne aus Südostbayern schafften es in die Endausscheidung des Wettbewerbs des Netzwerks „BayStart-Up“, bei dem jedes Jahr bayerische Gründer, Investoren und Unternehmen um Fördergelder des Wirtschaftsministeriums konkurrieren. Am Ende reichte es für das Duo zwar nicht für einen der drei Siegerplätze, Michael König bleibt aber uneingeschränkt von der Idee überzeugt.

Denn im Vergleich zu vielen konkurrierenden Tracking-Systemen ist die Lösung aus Waldkraiburg nicht nur praktischer, sondern auch noch deutlich günstiger. „Einen Prototypen haben wir schon“, erklärt der Mann, der aktuell noch als Forschungsleiter bei ZF Airbag Systems tätig ist.

Dass dieses Konzept Potenzial hat, begründen die aus Königsbrunn bei Augsburg stammenden Tüftler so: „Unsere App kann durch einen Impuls aus dem Smartphone die Reichweite von RFID stimulieren“, sagt Michael König. „Dazu mussten wird das Rad nicht neu erfinden.“ Auf diese Weise ließe sich die Ortungsfähigkeit, die bei RFID-Chips normalerweise nur wenige Meter weit reicht, auf ein ähnliches Niveau heben, das man beispielsweise auch mit aktiven Bluetooth- oder UWB-Sendern erreichen kann.

Der Vorteil liege schließlich darin, dass man für einen RFID-Chip aber keine Batterie braucht, wodurch er nicht nur kleiner, sondern auch noch deutlich billiger sei. Trotzdem könne man die Aufkleber dann „in einem niedrigen zweistelligen Meterbereich, also zum Beispiel in einer Wohnung, genau orten“, so König. Wie der Macher aus Waldkraiburg eingesteht, gebe es aber auch bei dem Prototypen-System durchaus noch Verbesserungspotenzial.

Vor allem auch im Hinblick auf die geplante Software: Denn nach den Vorstellungen der Gründer soll das Ganze nicht nur für Privatpersonen nützlich sein, die mit den Aufklebern ihre EC-Karten, den Geldbeutel oder einen Schlüssel markieren. Vielmehr wollen die beiden Tüftler auch für kleine Unternehmen oder Organisationen, wie Rettungsdienste oder Feuerwehr sowie Vereine, eine günstige Lösung anbieten, damit dort nichts mehr verloren geht oder in Vergessenheit gerät.

Mitstreiter
gesucht

„Da könnte ein Handwerker die Montage planen und dann vor der Abfahrt noch schnell checken, ob er auch nichts vergessen hat“, schwärmt König von der geplanten Software. Für deren Programmierung suchen die Erfinder allerdings noch einen Mitstreiter, der gleichberechtigt an dem Unternehmen beteiligt werden soll.

Bei der Software gebe es noch großes Potenzial, indem man das Ganze etwa mit einer Terminplan-Funktion oder -Schnittstelle verbinde. Wie bei vielen Tracking-Systemen bleibt das Problem allerdings die geringe Reichweite von „einer niedrigen zweistelligen Zahl von ein paar Metern“, so König.

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