Alpenhain stellt die Führungsspitze neu auf

von Redaktion

Auch der Werksleiter verlässt das Pfaffinger Unternehmen – Winkelmann kommissarisch alleiniger Geschäftsführer

Pfaffing – Die Veränderungen in der Führungsspitze der Firma Alpenhain mit Sitz in Pfaffing (Lehen) setzen sich weiter fort: Nach dem ehemaligen Geschäftsführer Stefan Kost, verlässt jetzt auch Werksleiter Stefan Halmel das Unternehmen – zum 31. Mai.

Derzeit ist Robert Winkelmann kommissarisch alleiniger Geschäftsführer. Die zweite, seit Januar 2021 vakante Position in der Geschäftsführung soll jedoch wieder besetzt werden: mit einem Geschäftsführer oder einer Geschäftsführerin für die Bereiche Produktion und Technik, teilt das Unternehmen mit. Die zu erfüllende Aufgabe greife damit in wesentlichen Bereichen in den Verantwortungsbereich der Werksleitung ein.

Vor diesem Hintergrund haben sich Alpenhain und der aktuelle Werksleiter, Stefan Halmel, darauf verständigt, das Anstellungsverhältnis zu beenden, so Winkelmann. Auf Nachfrage ergänzt der kommissarisch alleinverantwortliche Geschäftsführer zum Weggang von Halmel, dieser habe in den vergangenen fünf Jahren bei Alpenhain „Großartiges“ geleistet – unter sehr hohem persönlichen Einsatz. Halmel habe zu einer Vielzahl von Lösungen bei der Entwicklung der Käsereitechnologie und Prozesstechnik beigetragen. Zusätzlich hätten viele weitere operative Aufgaben zur laufenden Optimierung im Gesamtproduktionsbetrieb die Werksleitung und ihre Organisation insgesamt stark gefordert. „Daher wurde einvernehmlich mit der Geschäftsführung sowie dem Unternehmensbeirat beschlossen, dass eine Zäsur für beide Seiten der richtige Schritt sei. Dies wurde mit großem gegenseitigen Respekt und unter Anerkennung des Geleisteten nun umgesetzt“, so Winkelmann.

Eine grundsätzliche Neuausrichtung des Unternehmens werde es nicht geben, betont er auf Nachfrage. Die Organisationsstrukturen würden jedoch zielgerichtet auf die langfristige Strategie hin angepasst. Dies betreffe auch die internen Abläufe und Prozesse.

Strategische
Ausrichtung durch
Käsereiausbau

Die strategische Ausrichtung ist laut Winkelmann mit dem Aus- und Neubau der Käserei klar vorgegeben. Die teilweise Neuorganisation in der Besetzung der Geschäftsführung sei „der richtige und notwendige Schritt“.

Alpenhain hatte Ende 2020 nach rund zwei Jahren Bauzeit und einer Investition von 45 Millionen Euro eine neue Käserei am Standort Lehen in Betrieb genommen. Das Werk soll die Veredelung weiter perfektionieren und gilt als klares Bekenntnis der Familien Hain, Wagner und von Hagmann zum Stammsitz in Pfaffing. Das Unternehmen, dessen Wurzeln bis 1905 zurückgehen, ist in vierter Generation in Lehen beheimatet. Über 430 Mitarbeiter und Auszubildende sorgen für die Verarbeitung von jährlich über 80 Millionen Litern Alpenmilch. Der Schwerpunkt liegt auf der Herstellung und Verarbeitung von Camembert. Das Unternehmen produziert unter anderem seit über 25 Jahren den Original Obazda und feierte 2020 das 40. Jubiläum für den Back-Camembert. Die Familienkäserei ist nach eigenen Angaben Marktführer für beide Produkte.

Alpenhain bedient die drei Absatzkanäle Lebensmitteleinzelhandel, Großverbraucher und Export und verkauft Käsespezialitäten wie Weichkäse, Obazda, Camembert Creme, Back-Camembert, Grillkäse und Back-Käse-Snacks in über 40 Ländern weltweit, ein Schwerpunkt ist nach Unternehmensangaben der asiatische Markt. Heike Duczek

Artikel 2 von 7