Traunstein – „Es hat sich einiges bewegt in den vergangenen zwei Jahren“, betonte Gerhard Michel, Stellvertretender Obermeister und seit Ende 2021 kommissarischer Obermeister der Friseurinnung Traunstein-Berchtesgadener Land, bei der Jahresversammlung in Kraimoos.
Die schwierige Zeit der Corona-Beschränkungen habe gerade das Friseurhandwerk vor enorme Herausforderungen gestellt, so Michel. „3G plus konnten wir uns nicht gefallen lassen.“ Es sei immer schon klar gewesen, dass die Friseure nicht die Pandemietreiber gewesen seien. In einer Kundgebung am Traunsteiner Stadtplatz im November hatten sich das Friseurhandwerk, aber auch Kunden geschlossen gegen die politisch verhängten Maßnahmen gezeigt. Michel würdigte die „Salonspende“ der Betriebsinhaberin Kerstin Gründel aus Seeon, die ihre Saloneinrichtung in das Flutgebiet Ahrtal gespendet und dafür auch überregional viel Zuspruch bekommen hat. Prüfungsausschussvorsitzende Marion Denzer blickte zur gerade durchgeführten Zwischenprüfung zurück: „80 Prozent der Auszubildenden sind gut vorbereitet.“ Warum bei 20 Prozent die Vorbereitung zu wünschen übrig ließ, sei nicht immer ganz eindeutig. Sie wies auf die Bedeutung der Innung hin, die auch für das Abhalten der Prüfung vor Ort wichtig sei. Sonst sei früher oder später eine Durchführung weiter entfernt in Rosenheim zu befürchten. Dies sei für das Friseurhandwerk nicht förderlich. Dagmar Sinzinger von der Kreishandwerkerschaft Traunstein-Berchtesgadener Land wies zur Jahresrechnung 2021 nochmals darauf hin, dass weitere Innungen das gebeutelte Friseurhandwerk mit der Übernahme der Innungsbeiträge unterstützt und finanziell entlastet hätten. Die Zahlen wiesen für das Berichtsjahr ein positives Ergebnis auf. Nach der Buchführungsprüfung und einstimmigen Entlastung erhielt der Haushaltsplan für das laufende Jahr die volle Zustimmung.
Die bisherige Obermeisterin Evelyn de Marco-Maier hatte die Leitung der Innung zum Jahresende abgegeben. Yvonne Gaumont, bisher stellvertretende Obermeisterin, stellte sich zur Wahl. Die Friseurmeisterin hat sich über viele Jahre in verantwortlichen Ehrenamtspositionen in der Innung engagiert und wurde einstimmig gewählt. Auch der Vorstand musste größtenteils neu besetzt werden. Sandra Niederbuchner, Vitalij Diez und Bernhard Mühlbacher wurden aufgenommen. Marion Denzer, Simone Mittermaier als stellvertretende Obermeisterin für das Berchtesgadener Land und Gerhard Michel als stellvertretender Obermeister für den Landkreis Traunstein bleiben weiterhin im Vorstand. Auch in den Ausschüssen gab es Änderungen: In den Gesellenprüfungsausschuss wurden als Meisterbeisitzer Denzer, Gaumont, Mittermaier, Barbara Scharl, Johanna Strohmaier, Marion Stecher, Marion Feichtenschlager und Angela Eisenbichler gewählt. Den Ausschuss für Berufsausbildung besetzen Denzer, Stecher und Feichtenschlager. Der Ausschuss für Lehrlingsstreitigkeiten wird künftig von Denzer, Niederbuchner und Feichtenschlager besetzt. Den Rechnungsprüfungsausschuss führen wie bisher Holzapfel und Brandmair. Als Social-Media-Beauftragte wurde Strohmaier bestimmt. Nach dem Motto „mehr Köpfe haben mehr Gedanken“ sammelte der Vorstand Ideen, was den Mitgliedern an Themen auf den Nägeln brennt. Eines, das alle Innungen betrifft, stellte Manuela Deneri von der Kreishandwerkerschaft vor: Bei der Berufsinformationsmesse des Handwerks (BIM) im Bildungszentrum Traunstein will man unter dem Motto „Lebendige Werkstätten“ in der Zeit vom 18. bis 20. Oktober verstärkt um beruflichen Nachwuchs werben.wz