Traunstein – Hohe Schlachtviehpreise, geringere Jungviehbestände und rückgehende Besamungszahlen: Alle Faktoren deuten darauf hin, dass weibliches Zuchtvieh auf einem hohen Preisniveau bleiben wird. Zusätzlich ist Fleckvieh als klassische Zweinutzungsrasse auch in den Nachbarländern Südtirol und der Niederlande gefragt. So blieb bereits zum dritten Mal in diesem Jahr der durchschnittliche Steigerungspreis auf dem Großviehmarkt Traunstein bei den Jungkühen über 2000 Euro.
Bei den Zuchtstieren fanden erneut zwei Stiere das Interesse von Besamungsstationen. Ein Irregut-Sohn, der zu 50 Prozent hornlose Kälber liefert, geht zum Grundpreis von 3500 Euro an die Station in Neustadt an der Aisch. Für einen Hyper-Sohn interessierte sich auch die Besamungsstation Bayern Genetik, die bei 4700 Euro den Zuschlag erhielt. Natursprungstiere erzielten Steigpreise zwischen 1750 und 2850 Euro bei einem Durchschnitt von 2175 Euro, was bei den derzeitigen Schlachtviehpreisen höhere Erlöse erwarten ließ. Einige weidegewohnte Stiere mit guten Zuchtwerten sind im Moment noch im Angebot.
Die Steigpreise für die sechs Zweitkalbskühe lagen zwischen 1700 und 2350 Euro, mit einem Durchschnitt von 1958 Euro. Die 48 verkauften Jungkühe erlösten im Schnitt 2091 Euro.
Hypo, der teuerste Stier des Marktes, kommt aus dem Zuchtbetrieb Rupert Anzenberger aus Maierhof bei Schnaitsee. Neben der alten Kuhlinie des Betriebes, aus der schon mehrere Zuchtstiere hervorgegangen sind, kommt als Grund für das Angebot wohl noch, dass auf dem Betrieb noch Mutter, Großmutter und Urgroßmutter zu besichtigen sind. Deren Leistungen zwischen 9000 und 10000 Kilogramm Milch bei hohen Milchinhaltsstoffen fallen ebenfalls auf. Auch väterlicherseits gehen diese Kühe mit Wiscona, Mint und Reumut auf Stiere mit hoher Vererbungssicherheit zurück. Ähnlich sieht es bei dem zweiten angekauften Stier auf: Der Irregut-Sohn Indianer aus dem Zuchtbetrieb Philipp Schöndorfer, Gemeinde Piding, stammt von Nachkommen geprüfter Vererber ab. Irregut brachte es auf 10000, Hetwin auf 4000 und Raldi auf annähernd 30000 Nachkommen in Bayern. Zwei Jungkühe ordnete die Bewertungskommission in die Wertklasse 1 ein, wobei die Hesse-Tochter aus dem Betrieb Christian Niederbuchner aus Aiging den höchsten Preis bei den Jungkühen mit 2700 Euro erzielte. Mit 2650 Euro blieb die Pascal-Tochter von Johann Baumgartner aus Zellberg, Gemeinde Anger nur minimal darunter.
Jungkühe in dieser Preisklasse zeichnen Milchleistungen über 30 Kilogramm Milch, Melkbarkeiten zwischen zwei und 3,5 Kilogramm pro Minute und ein gutes Exterieur aus. Ebenfalls 2700 Euro erzielte eine Wodonga-Tochter von Hubert Hocheder aus Jechling, Gemeinde Anger, in der Wertklasse 2a. Diese Jungkuh ist zu den genannten Kriterien noch weidegewohnt und für den Melkroboter geeignet. Bei weiteren drei Jungkühen erfolgte der Zuschlag über 2500 Euro. Zu einen Steigpreis unter 1800 Euro wurden nur neun Jungkühe verkauft.
Neun Stiere und zehn Jungkühe blieben im eigenen Gebiet. 20 Zuchttiere ersteigerten sich bayerische Käufer. Ein Stier und sechs Jungkühe wurden im restlichen Bundesgebiet abgesetzt. Zwei Kühe und 20 Jungkühe wechseln über ein Viehhandelsunternehmen in die Niederlande und nach Südtirol. Der nächste Großviehmarkt findet bereits am 19. Mai statt.