Friseurinnung gratuliert 25 Absolventen zur Freisprechung

von Redaktion

Johanna Inninger schließt ihre Ausbildung hervorragend ab – Besondere Bedeutung der Praktika betont

Rohrdorf – „Wenn ich mein Praktikum nicht gehabt hätte, hätte ich den Beruf wohl nicht ergriffen“, sagt Johanna Inninger. Das aber wäre ein Verlust für die Friseurinnung gewesen, denn die 19-Jährige ist mit einem Einser-Schnitt die Beste ihres Jahrgangs. Dieser war übrigens allgemein sehr gut: Von 28 Lehrlingen haben 25 auf Anhieb bestanden, zehn mit der Note 3, neun, also ein knappes Drittel, mit der Note 2 und als absolute Spitzenreiterin eben Inninger.

An ihrem Beispiel sieht man deutlich, welche Bedeutung die Praktika für das Handwerk haben. Das gilt sowohl für die jungen Menschen, die nach einem passenden Ausbildungsberuf suchen, wie auch für die Betriebe, die sich ihren Nachwuchs sichern wollen. Das gelingt vor allem dann, wenn man sich dort wirklich mit den Praktikanten auseinandersetzt. „Ich durfte, weil ich mich offenbar von Anfang an nicht blöd angestellt habe, bald Haare waschen und Farbe auftragen“, erzählt Inninger. „Natürlich unter Anleitung, aber ich durfte eben selbst etwas machen und nicht nur zuschauen oder den Salon kehren.“ Sie erzählt, dass das nicht selbstverständlich sei. „Ich weiß von Lehrlingen, die selbst am Anfang ihrer Lehrzeit kaum selbst an die Kunden durften.“ Mit ihrem Praktikum aber, war für Inninger klar: „Friseurin, das ist etwas für mich, und weil ich es wirklich wollte, habe ich mich halt auch reingehängt.“

Sie ist auch in anderer Beziehung ein „Lehrlingsvorbild“: Sie wird trotz ihrer hervorragenden Leistungen nicht gleich auf die Meisterschule gehen, sondern möchte erst einmal weiter praktische Kenntnisse sammeln und das in dem Salon, dem sie ihre gute Ausbildung verdankt: einem Friseurbetrieb in Feldkirchen.

„Am Anfang hatte ich mir schon überlegt, ob ich nicht gleich den Meister dranhängen soll, jetzt, da ich im Lernen drin bin. Aber bald wurde mir klar, dass das eher eine Schnapsidee wäre. Man lernt auf der Schule, lernt als Lehrling im Betrieb viel, aber eben noch nicht alles. Um so richtig, richtig gut zu sein, fehlt da schlicht noch was: nämlich die Erfahrung.“ Für Innungsobermeister Stefan Mashold ist vor allem diese Entscheidung, zunächst weiterzuarbeiten, wichtig, und er spricht da wohl für das gesamte Handwerk: „Wenn gerade die hervorragenden jungen Mitarbeiter sofort nach der Ausbildung den Betrieb verlassen, ist das ein großer Verlust. Eine gute Ausbildung ist auch für die Betriebe durchaus arbeitsintensiv, sie bauen eigentlich darauf, dass diese Investition zumindest noch für eine Weile ihrem Geschäft zugutekommt.“ Bevor es aber jetzt so richtig in die Arbeitswelt geht, stand für die 25 Absolventen der Friseurinnung noch einmal eine besondere Feier, die Freisprechung, an. „Es ist wichtig für die jungen Leute, dass dieser Tag ein außergewöhnlicher wird“, ist Mashold überzeugt, „es muss ein feierliches, vor allem aber fröhliches Erlebnis sein. Nur dann bleibt der Tag als das in Erinnerung, was er ist: der Abschluss eines gelungenen Lebensabschnittes.“ Und auch Inninger sagt: „Ich hab mich riesig auf diesen Tag gefreut, er war einfach etwas ganz Besonderes: Die Ausbildungszeit, die Zeit, die man mit den Lehrlingskollegen verbrachte, nichts was einfach so aufhört, sondern etwas was einen wirklich schönen Abschluss fand.“jt

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