Krisenvorsorge für Unternehmen

von Redaktion

Wie die Energiekrise die heimische Wirtschaft betrifft, ist ein großes Thema bei der IHK. Experten raten zu vorausschauendem Risikomanagement.

Traunstein – Die derzeitige Energiekrise mit ihren Folgen für die hiesigen Unternehmen ist für die Wirtschaft in der Region eine große Herausforderung. Deswegen hat sich der IHK-Regionalausschuss Traunstein bei seiner jüngsten Sitzung über die aktuelle Versorgungslage, zukünftige Entwicklungen auf dem Energiemarkt und empfohlene Maßnahmen für Betriebe ausgetauscht.

Die Ausschussmitglieder trafen sich beim mittelständischen Handelsunternehmen J.N. Kreiller KG in Traunstein.

Jürgen Hitz von der Energie Südbayern GmbH zeigte den anwesenden Unternehmern die aktuelle Preisentwicklung für Gas und Strom.

Schon heute Energie für 2026 beschaffen

Hitz empfahl den Unternehmen in der Region schon heute Energie für das Jahr 2026 zu beschaffen. Zudem sollten die Betriebe ein internes Risikomanagement einrichten, um die Entwicklungen stetig im Blick zu haben und entsprechend reagieren zu können.

Der Geschäftsführer der J.N. Kreiller KG und Vorsitzende des IHK Regionalausschusses Nikolaus Binder stellte dem Ausschuss das Energiekonzept seines Unternehmens vor. Dank mehrerer Fotovoltaikanlagen auf firmeneigenen Lagerhallen sei man beim Strom um die 30 Prozent autark und habe den Verbrauch im Vergleich zum Jahr 2021 reduziert.

„Außerdem haben wir zuletzt mehrere Maßnahmen zum Energiesparen getroffen, etwa Bewegungsmelder installiert, neue Fenster eingebaut oder die Beheizung stellenweise zurückgefahren“, schilderte der Geschäftsführer der J.N. Kreiller KG.

Notfallpläne für Versorgungsengpässe

Der Vorsitzende des IHK-Regionalausschusses Traunstein riet den heimischen Unternehmern, sich mit Notfallplänen und konkreten Maßnahmen für mögliche Versorgungsengpässe zu wappnen – auch wenn diese derzeit eher unwahrscheinlich sind.

Er forderte von der Politik, die massiven Hilfsgelder nicht auf den Schultern der Unternehmen und der Gesellschaft zu refinanzieren. „Die jetzige finanzielle Entlastung darf nicht zu einer späteren finanziellen Belastung führen“, betonte Nikolaus Binder in diesem Zusammenhang.

IHK-Kampagne warnt vor Energieknappheit

Von einer langfristig gesicherten Energieversorgung hängen laut IHK die Zukunft des heimischen Wirtschaftsstandorts und damit tausende Arbeitsplätze in der Region ab.

Mit einer neu angelaufenen Kampagne „#WirtschaftBrauchtEnergie“ warnt die IHK für München und Oberbayern mit anderen bayerischen IHKs daher vor einer Energieknappheit und setzt sich für entschiedenen Tatendrang auf politischer Ebene ein.

Ingrid Obermeier-Osl, Vorsitzende des IHK-Regionalausschusses Altötting-Mühldorf, fordert im Rahmen der Kampagne eine bessere Stromversorgung für die Region. Die IHK-Vizepräsidentin macht deutlich: „Unsere Chemieindustrie braucht mehr Strom: mehr als 50 Prozent bis 2030. Davon lebt Südostbayern. Das sichert 40000 regionale Jobs und 1000 Ausbildungsplätze.“

Unternehmer aus ganz Bayern kommen bei der überregionalen Kampagne zu Wort. Ihre Forderungen an die Politik sowie Einschätzungen zur Bedeutung der Energieversorgung für die Unternehmen werden auf den Social-Media-Kanälen der IHK verbreitet und finden sich auch unter www.politikmusshandeln.de.

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