Rosenheim – Die Viehzuchtgenossenschaft Rosenheim hat sich kürzlich zu ihrem Züchtertag getroffen. Zahlreiche Besucher fanden sich dazu ein. Der stellvertretende Landrat Josef Huber bedankte sich für die Arbeit der Rinderzüchter.
Laut Huber wurde die Situation der Bauern durch die beiden vergangenen Krisenjahre zwar durch einen höheren Milchpreis und das Image als Grundversorger für Lebensmittel gestärkt. Jedoch hat die Landwirtschaft gleichzeitig mit steigenden Erzeugerpreisen und mit immer höherem Bürokratieaufwand zu kämpfen.
Der Vorsitzende des Miesbacher Zuchtverbandes, Johann Rauchenberger, bedankte sich für die treue Lieferung der Zuchtrinder und Kälber an das Vermarktungszentrum in Miesbach. Er nannte viele Herausforderungen, vor denen die Landwirtschaft steht: Die hohen baulichen Anforderungen an den Tierschutz machten es bei den aktuellen Baupreisen für Landwirte fast unmöglich, in die Zukunft zu investieren. Die „Wolfsproblematik“ gefährde die Almen. Zudem beklagte sich Rauchenberger über nicht nachvollziehbare Anzeigen durch namhafte Tierschutzorganisationen. Laut Rauchenberger erwiesen sich diese nach der Prüfung durch das Veterinäramt zwar meistens als ungerechtfertigt, jedoch frustrierten sie die Betroffenen.
Den Bericht des Geschäftsführers stellte Josef Günthner vor. Der ehemalige Geschäftsführer Christian Presslaber war zum Dezember als Tierzuchtdirektor an die Landeskammer in Tirol gewechselt. Günthner bescheinigte in der Bilanz einen positiven Jahresabschluss. Er stellte aber klar, dass es sich 2022 um ein Ausnahmejahr handelte, was auf die sehr guten Kälberpreise im Frühjahr 2022 sowie das hohe Preisniveau bei den Großviehmärkten zurückzuführen sei. Günthner bedankte sich bei den Lieferbetrieben für die gute Qualität der Tiere.
Die Viehzuchtgenossenschaft Rosenheim erzielte bei den Kälbermärkten im vergangenen Jahr sehr gute Kälberpreise. Mit 2972 vermarkteten Großrindern war 2022 ein erfolgreiches Vermarktungsjahr im Bereich Großvieh. In der Oberlandhalle wurden bei den wöchentlichen Auktionen 32181 Kälber vermarktet. Somit zählt Miesbach nach wie vor zu den größten Märkten in Bayern.
Das Landeskuratorium der Erzeugerringe für tierische Veredelung (LKV) Bayern informierte die Bauern auf der Veranstaltung über die aktuellen Betriebs- und Kuhzahlen im Freistaat sowie über Pensionierungen und Neueinstellungen der Leistungsprüfer. Weiter stellte das LKV neue Apps und Programme für die Landwirte zur Vereinfachung der Bestandsbetreuung vor.
Im Rahmen der Züchterehrungen wurde der ehemalige Vorsitzende Georg Lechner für seine lange Amtszeit in und seine Verdienste um die Viehzuchtgenossenschaft Rosenheim gewürdigt. Er war 15 Jahre als Vorsitzender tätig und brachte sich beim Neubau der Oberlandhalle in Miesbach ein.